Vorletztes Wochenende waren wir bei einer madagassischen Kollegin zum Mittagessen eingeladen. Ich weiss nicht mehr wie das Gericht heisst, aber es war aus den Blättern der Maniokpflanze und Schweinefleisch gemacht. Dazu gab es natürlich Reis. Es war sehr gut, obwohl mir abgeraten wurde, hier Schweinefleisch zu essen. Wegen der falschen Zucht und Fütterung kann man davon Würmer kriegen. Das blöde daran ist, dass man diese Würmer nicht mehr los wird, auch nicht mit Medikamenten. D. h. man hat sie bis sie von selbst sterben. Diese Würmer gehen ins Gehirn und fühlen sich anscheinend wohl dort. Sie sind nicht lebensbedrohlich, allerdings verursachen sie Ohnmachtsanfälle. Wenn es geht esse ich kein Schweinefleisch, aber wenn man eingeladen ist, will man ja nicht unhöflich sein.
Dann hatten wir auch eine Abschiedsparty für unsere 6 Amerikaner. Da wir zu der Zeit noch Probleme mit den Visa hatten und nicht genau wussten, ob wir bleiben konnten oder einen Ausflug ins Ausland machen mussten, hat deren Organisation entschieden, sie nach Südafrika zu versetzen. Denn das Billet dorthin hatten sie sowieso schon und dadurch ist die Organisation kein finanzielles Risiko eingegangen. Während ich in Ampasinambo war ist auch mein Vorgänger Sascha frühzeitig nach Hause, da jemand aus seiner Familie krank wurde - jetzt sind von zehn jungen Freiwilligen nur noch drei übrig.
Auch zwei unserer Piloten sind mit ihren Familien weg - einer nach Uganda, der andere nach Kenia. Allerdings nicht, weil es hier nicht mehr sicher wäre oder so, sondern weil wir durch die ganze Situation nicht mehr so viele Flüge haben. Darum helfen sie in anderen MAF Organisationen für ein paar Wochen aus.
Letzten Samstag war ich seit Langem wieder mal Fussball spielen und am Abend hatten wir eine Abschiedsfete für zwei schweizer Kollegen. Der eine war seit 2007 hier, zuerst für die MAF, dann für andere Organisationen. Der andere war auch einmal ein Zivi für die MAF und nun hier in den Ferien. Das Fest war cool und es gab auch etwas zu essen. Zwei der eher spezielleren Sachen war Zebuherz (Zebu ist wie eine Kuh) und Hühnerfüsse. Das Zebuherz ist sehr gut, fast wie ein Steak (das Herz war in kleine Stücke geschnitten, und vom Aussehen her merkt man nicht, was es ist). Ganz anders die Hühnerfüsse, die sehen nämlich genau so aus - oder noch schlimmer - wie man sie sich vorstellt:
Aber sie sind dann doch besser, als sie aussehen. Man darf einfach beim essen das Gegessene nicht zu sehr ansehen.Falls sich jemand am Überlegen ist, mich zu besuchen, dieses Bild ist kein Grund, nicht zu kommen, denn normalerweise ist das Essen hervorragend :-).
Zur Situation hier kann ich nicht viel Neues sagen, ausser dass es in der Stadt immer wieder Demos gibt und Andry ein riesen Idiot ist (z. B. feuert er Leute, die ihn unterstützt haben, um an die Macht zu kommen, wie blöde kann man denn sein?!). Jakob hat mit der deutschen Botschaft um 20€ gewettet, dass Andry bis am 16. April wieder weg vom Fenster ist. Ich habe mir gedacht, um die Kommentare im Blog ein bisschen zu beleben, kann jeder einen Tipp abgeben (nur ein Tipp pro Person und Datum). Derjenige, der am nächsten ist, bekommt von mir ein Getränk offeriert, sobald ich wieder zurück bin.
Heute habe ich meine Filme, die ich in Ampasinambo gebraucht habe, nach Fianarantsoa geschickt, um sie entwickeln zu lassen. Hoffentlich geht das Paket nicht verloren. Vielleicht kann ich meinen nächsten Eintrag mit eigenen Bildern schmücken. Ich bin wirklich gespannt auf die Resultate.
Morgen gehe ich wieder nach Ampasinambo, um an der Landebahn zu arbeiten. Diesmal allerdings nicht so lange, nur bis nächsten Dienstag. Diesmal sind wir nur zu zweit, der Tilman und ich. So wird uns sicher nicht langweilig.
Ehm ja, das wars eigentlich, wie weiter oben angeschnitten, hat das mit den Visa in letzter Minute geklappt und wir mussten nicht aus dem Land fliegen. Sonst, "tsy misy vaovao", nichts Neues...
Bis bald
Matthias

