... habe ich diesmal wirklich vergebens mit nach Ampasinambo genommen. Es hat fast die ganze Zeit geregnet, daher waren wir wirklich sehr unproduktiv. Wir waren nur zwei Leute, der Tilman und ich. Das Ziel wäre gewesen, mit dem kleinen Bagger zu graben und mit dem grossen die Löcher zu füllen. Da es aber so nass war, ist man mit dem grossen nur gerutscht, daher konnten wir den nicht so viel brauchen. Und auch mit dem kleinen ist man viel weniger schnell vorwärts gekommen als normalerweise.
Aber gut, sonst war es eigentlich wieder recht cool, dort zu sein. Tags durch halt gearbeitet so gut es ging und dann am Abend gemütlich an einem kleinen Feuerchen gesessen.

Ja, es war eigentlich alles ganz in Ordnung, bis es am Montag Abend dann hiess, dass wir statt am Dienstag erst etwa am Donnerstag nach Hause können, weil ein Zyklon auf uns zukommen würde. Und der Helikopter steckte sowieso irgendwo mitten in dem genannten Zyklon fest. Also hiess es abwarten. In der Nacht vom Montag auf den Dienstag ist der Zyklon dann tatsächlich über uns weggefegt. Gut, ich muss dazu anmerken, dass es ein schwacher Zyklon war, eher einfach ein tropischer Sturm. Was bedeutet, viel Wind und Regen. Irgendwann in der Nacht hat es uns dann die Planen des Camps halb weggerissen und der Fluss hat bedrohlich angefangen zu steigen. Normalerweise ist das Camp sicher 3 bis 4 Meter über dem Wasserspiegel des Flusses. Durch den Regen der ganzen vergangenen Woche war er vielleicht um einen Meter gestiegen. Aber als dann der Sturm so richtig alles runtergelassen hat, was möglich war, ist der Fluss dann tatsächlich über die Ufer getreten. Zum Glück hatten wir das kommen sehen und vorher das ganze Camp auf einen Hügel geschafft. Sobald man mal so richtig nass ist macht das echt Spass, habe ich gemerkt.
Hier ist der Wasserspiegel schon recht hoch, aber doch noch einiges entfernt vom Ufer.
Und hier ist der Fluss über die Ufer getreten. In der Mitte des Bildes bei den umgestürzten Bäumen, dort war unser Lager.Zwei Dorfbewohner, die auf unserer Seite des Flusses leben - denn den Fluss zu überqueren wäre Selbstmord gewesen - haben uns dabei geholfen. Den einen habe ich dann gefragt, ob wir bei ihnen übernachten können, da bei uns alles nass war. Sie haben uns dann ein Haus zur Verfügung gestellt. Dort war es zwar sehr unbequem zum Schlafen, aber wenigstens warm und trocken.


Und noch ein Foto zum Abschied. Ich bin ja schon nicht der Grösste, aber im Vergleich zu diesen Madagassen...Am nächsten Tag war der Zyklon vorbei und das Wasser lief ziemlich schnell wieder ab. So konnten wir unsere Zelte wieder aufstellen und sogar die Kleider an der Sonne trocknen lassen. Gestern Donnerstag Vormittag kam dann endlich der Helikopter. Während der zweieinhalb Tage - also Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Morgen - haben wir uns ausschliesslich von Bananen, einigen Keksen und Müsli ernährt. Könnt euch also vorstellen, wie ich gestern zu Mittag ein schönes Steak mit Pommes-Frites verschlungen habe :-)
Das ganze war ein echtes Abenteuer, das im Moment natürlich schon ziemlich unangenehm war, über das ich aber jetzt lachen kann. Ausserdem hatten wir schöne Erfahrungen mit den Madagassen und konnten wenigstens das ganze Material vor grösserem Schaden bewahren.
Aber ganz ehrlich, jetzt brauche ich erst mal ein paar Wochen abenteuerlose, langweilige, trockene Arbeitstage hier im Büro, mit einem schönen feinen Stück Fleisch jeden Tag :-).
Ciao
Matthias