Montag, 29. November 2010

Festival gegen Kinderarbeit

Anfang November haben wir ein Festival gegen Kinderarbeit durchgeführt, um Familien und Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren. Vor allem die Kinder kamen nicht zu kurz, gab es doch allerhand Unterhaltung für sie: Theater, Musik, Clowns, Spiele und Luftballons. Ich war als Fotograf tätig und hier einige Bilder dieses Vormittages.

Von Ballons verteilenden Clowns...

... zum Teil sogar mit Stelzen...

... über Konzerte...

... und Spiele...

... wurden Publikum und...

... Kinder bestens unterhalten.

Auch die Polizei war beteiligt. Sei es als Unterhalter...

... oder als Zuschauer.

Ein improvisiertes Theaterstück, wo die Kinder Teil der Aufführung waren.

Nicht nur die Kinder hatten eine Menge Spass, sondern...

... auch das Publikum hatte viel zu lachen.

"No somos invisibles" - "Wir sind nicht unsichtbar". Leider wird trotz bestehender Gesetze die Kinderarbeit noch viel zu oft toleriert und ignoriert.

Mit den Spenden läuft es übrigens prächtig! Das Budget wurde schon fast erreicht und so ist auf jeden Fall sichergestellt, dass das Projekt nächstes Jahr fortgeführt werden kann. Dazu wird es aber in ein paar Wochen einen detaillierten Bericht geben.

Heute in genau vier Wochen kommen meine Freunde nach Peru. Die Reisevorbereitungen laufen in beiden Ländern auf Hochtouren. Nicht mehr allzu lange und ihr werdet wieder in den Genuss von hoffentlich spektakulären Ferienfotos kommen.

Schöne Woche und bis bald.

Matthias

Montag, 22. November 2010

Ausflug ins Grüne

Wie ihr wisst, finden in Pamplona jeden Samstag Vormittag Aktivitäten für die Kinder statt. Es sind vier Gruppen à zirka 25 Kinder und jedes Wochenende ist eine andere an der Reihe. Jetzt im November findet die letzte Aktivität des Jahres statt. Sie besteht aus einem Ausflug in einen Park etwa dreissig Autominuten von der Bibliothek entfernt. Dem staubigen Pamplona in diese grüne Oase zu entkommen ist wunderbar. Als ob das nicht schon toll genug wäre, kriegen die Kinder am Schluss auch noch ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk überreicht - die Mädchen ein kleines Schmuckkästchen mit Spiegel und für die Jungen einen Spiderman-Bilderrahmen.
Obwohl diese Gegenstände vorgefertigt sind, ist noch viel Arbeit zu tun: das Holz schleifen, mit einer weissen Schicht und dann mit Farbe bemalen und zuletzt verzieren. Um zu helfen ging ich darum schon morgens in die Bibliothek und alle zusammen kamen wir gut voran.
Vor zwei Wochen ging ich auch mit an den Ausflug und diesen Samstag werde ich wieder gehen. Die folgenden Bilder geben euch einen Eindruck dieses schönen Tages.

Eine Beurteilung mit den Müttern fand ebenso statt wie...


... Gruppenspiele mit den Kindern.




Die Kinder von Pamplona spielen im Allgemeinen nichts lieber als Volleyball. Notiz am Rande für unsere Sportfanatiker: die peruanische Frauen-Volleyballmannschaft (oder -frauschaft?) hat an den olympischen Spielen in Seoul 1988 die Silbermedaille gewonnen.


Mittags haben alle hungrig ihr Lunchpaket gegessen.



Danach konnten sie sich eine Weile im Spielplatz austoben, bevor es weiter in den Minizoo ging.


Und zum Schluss noch ein Gruppenfoto, bevor wir den Heimweg antraten.


Und das wärs auch schon wieder.

¡Schöne Woche!

Matthias

Montag, 15. November 2010

Cuzco

Hier mit ein bisschen Verspätung die versprochenen Bilder von Cuzco - einer Stadt mit etwa zwanzig mal weniger Einwohner als Lima und dazu noch etwa hundert mal schöner.

Der Hauptplatz von Cuzco.

Nochmals der Platz von oben gesehen. Anders als Lima ist Cuzco hügelig (wer hätte das gedacht von einer Stadt mitten in den Anden...).

Bei diesen gepflasterten Strassen...

... und Gassen kann man sich fast in der Freiburger Altstadt wähnen.

Ein Bild fürs Kuriosum: öffentliche Duschen, hab ich meiner Lebtag doch noch nie gesehen.

Dies war am Tag der Wahlen. Der Spruch an der Wand sagt: "Die Wahlen gehen vorbei, die Probleme bleiben".

Die Inka waren sehr handfertig, was - unter anderem - das Arbeiten mit Steinen anbelangt. Für ihre Mauern haben sie die Steine haargenau zurechtgemeisselt und sie ohne Mörtel oder andere Hilfsmittel aufeinander geschichtet. Die Mauern stehen noch heute - mehrere Jahrhundert nach der Epoche der Inka und nach einigen Erdbeben - fast so, als könne die Zeit ihnen nichts anhaben. Der Stein in der Mitte ist bekannt, weil er zwölf Ecken hat (bevor ich nach Cuzco ging wusste ich nicht, dass Steine berühmt sein können, aber anscheinend ist auch das möglich :-). Neben dieser Mauer steht auch eine, welche wesentlich mitgenommener aussieht. Diese wurde von den Spaniern nach der Eroberung errichtet. Die cuzqueños machen sich darüber lustig und sagen, dass die schöne Mauer von den inca und die verfallene von den incapaces, also den Unfähigen errichtet wurde.

So, das wärs für diese Woche. Sonst gibt es nichts neues, ausser dass auch Läncu mich besuchen kommen wird. Wir werden also zu dritt eine Reise tun und können dann was erzählen.

Schöne Woche

Matthias

Montag, 8. November 2010

In Peru vermieten sie Kinder

Nebst den ganzen Hotels, Restaurants, Bars und Parks in Miraflores hat es auch viele Frauen, welche betteln. Jene haben meist recht viele Kinder und sind nicht verheiratet, oder ihr Mann arbeitet nicht. Allerdings gibt es anscheinend auch Frauen, die Babies "ausleihen", um so bei den Leuten mehr Mitleid zu erregen. Tragisch, finde ich.

Der Computerraum in der "Casa de Panchita", wo ich jeden Sonntag Vormittag unterrichte. Wie man sieht, verfügen wir nicht gerade über die neuste Technologie. Aber gut, um den Leuten etwas beizubringen reicht es gerade noch :-).

Diese Frau ist fast jeden Sonntag in der "Casa de Panchita" anzutreffen, um lesen und schreiben zu lernen. Leider lernt es sich im fortgeschrittenen Alter weniger leicht und so kommt sie nur sehr langsam voran.
Auch eine andere Frau, welche etwa in meinem Alter ist, kommt fast jedes Wochenende vorbei, um ihre Hausaufgaben zu machen. Diese hat erst mit 17 lesen und schreiben gelernt. Ausserdem sprach sie damals nur Quechua und musste also noch Spanisch lernen. Jetzt geht sie zur Schule und lernt unter anderem Mathematik und Englisch - finde ich eine starke Leistung, in einem Land, welches sich nicht gerade mit einem sehr guten Bildungswesen rühmen kann.

Dies ist an einer Abendschule, wo wir einen Kurs über Medizin und Gesundheit durchgeführt haben. Auch die Klassenzimmer an den Schulen sind nicht unbedingt sehr gut ausgestattet...
Wie einige von euch sicher wissen, wurden wir vor ein paar Wochen nach so einem Schulbesuch ausgeraubt, mit Pistolen! Manchmal komm ich mir echt vor wie im Film. Zum Glück haben die Typen, die nervöser schienen als wir, nur zwei Telefone mitgehen lassen.

Der Laden an der Ecke, wo ich einen Teil meiner Einkäufe tätige.

Sonst gefällt es mir nach wie vor sehr gut. In der letzten Zeit habe ich vermehrt als Fotograf gearbeitet bei Ereignissen, die wir organisiert haben. Das hat mir immer sehr Spass gemacht.

Und schon bald kommt mein Freund Phili zu Besuch, d.h. bis Ende Dezember gibt es noch das eine oder andere zu planen und so geht die Zeit auch sehr schnell vorbei. Für das Weihnachtsfest wurde ich schon von verschiedenen Leuten eingeladen und so werde ich auch in diesen Tagen nicht alleine sein.

Mit den Spenden läuft es auch recht gut. Ich werde euch dazu auf dem Laufenden halten und zu gegebener Zeit einen Artikel über den Gesamtbetrag veröffentlichen.

Das wars für diese Woche, bis bald! Der eine oder andere dürfte sich übrigens gerne mal wieder bei mir melden ;-)

Auf Wiedersehen, oder in Quechua, Tupananchiskama.

Matthias

Montag, 25. Oktober 2010

Machu Picchu

Jetzt habt ihr euch aber gedulden müssen, um meinen Artikel über das verlängerte Wochenende lesen zu können. Dies nicht nur, weil ich so viel zu tun hatte, sondern weil ich den vorherigen Eintrag wirken lassen wollte, um möglichst viele Spenden zu sammeln (was bis jetzt noch nicht 100%ig geklappt hat). Darum: diejenigen, die etwas spenden wollen, macht das doch bitte bis Ende November, damit ich dann Anfang Dezember die Überweisung durchführen kann.

Nun aber zum angenehmen Teil mit vielen Bildern, um die trostlosen letzten Wochen vergessen zu machen.

Donnerstag: Pisac - Ollantaytambo - Aguas Calientes
Von Lima sind wir in aller Herrgottsfrühe nach Cuzco geflogen. Dort angekommen, haben wir das Tourismusbillet gelöst, um alles Sehenswerte in und um Cuzco besichtigen zu können. Per Bus ging es dann weiter nach Pisac, wo wir die ersten Inka-Ruinen besichtigt haben.

Die Inka haben diese Terrassen angelegt und mit reichhaltiger Erde gefüllt, um in diesen Gefilden Gemüse und Kartoffeln anbauen zu können. Je nach Höhe der Terrasse konnten sie verschiedene Sorten anpflanzen. Nicht verwunderlich also, gibt es hier so viele verschiedene Kartoffelsorten.

Die Besichtigung war zwar eher "a chlina Chehr", doch man darf nicht vergessen, dass wir von Lima, welches auf Meereshöhe liegt, nach Cuzco geflogen sind, welches sich auf fast 3400 m. ü. M. befindet. Da kann einem schnell mal die Puste ausgehen...

Ein frisch gepresster Orangensaft schmeckt ganz besonders gut nach einer solch anstrengender Besichtigung. Auch der Kleinen scheinen die Reste zu schmecken.

Nein, das ist keine Ratte, und ja, Meerschweinchen werden hier tatsächlich gegessen. Bis jetzt hatte ich noch nicht das Vergnügen, denn ich muss mich zuerst mental darauf vorbereiten. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich mal auf so einem Ding rumkaue. Aber hey: nach frittierten Hühnerköpfen und -füssen in Madagaskar kann das doch nicht so schlimm sein, oder?

Nach Pisac sind wir dann weiter nach Ollantaytambo, um auch dort Ruinen zu besichtigen. Später in der Nacht haben wir von dort den Zug nach Aguas Calientes genommen. Dies ist das Dorf, von wo aus man den Machu Picchu besucht.

Freitag: Machu Picchu
Von Aguas Calientes kann man einen Bus bis an den Eingang von Machu Picchu nehmen, was wohl die meisten Touristen so machen. Einige aber marschieren bis nach oben, so auch wir - die spektakuläre Aussicht will ja schliesslich verdient sein! Allerdings haben wir den Fehler gemacht, ohne Frühstück im Bauch los zu marschieren. So sind wir dann recht entkräftet oben angekommen. Da wir natürlich auch sonst nichts zu essen dabei hatten, musste ich mir oben das wohl teuerste Sandwich und die teuerste Coca Cola von ganz Südamerika kaufen. Aber was solls, man ist ja nicht alle Tage in Machu Picchu.

Hier ein Gruppenbild (Robert, Nora und ich) mit den fantastischen Ruinen und dem Huayna Picchu im Hintergrund.

Und hier nochmals ein ganz gelungenes Bild mit Sonne und ohne die hässlichen Gesichter :-).

Ich glaube dies ist ein Lama. Kann aber auch ein Alpaca sein, welches dem Lama ähnlich sieht.
Wie auch immer, nebst Meerschweinchen wird auch Alpaca serviert und schmeckt köstlich.

Samstag: Moray - Salineras - Chinchero
Am Samstag haben wir uns ein Taxi genommen, um auf dem Weg zurück nach Cuzco verschiedene Orte besichtigen zu können.

Moray: Auch hier wieder eindrückliche Terrassen, wo man bis ganz nach unten gehen konnte.

In die Wände der Terrassen sind Steine eingelassen, welche als Treppe dienen.

Der nächste Halt waren die Salineras. Aus dem Berg entspringt ein Bächlein mit salzigem Wasser, welches in Becken aufgefangen wird. Sobald das Wasser verdunstet, bleibt das Salz. Es gibt Becken, die bis zur Epoche der Inka zurückliegen!

Jede Familie besitzt ein paar Becken, aus welchen sie Salz gewinnen können. Ein Salzsack wiegt 50kg - eine harte Arbeit für denjenigen, der diese Säcke schleppen muss.

Chinchero ist bekannt für seine Textilien aus verschiedenen Wollen, zum Beispiel Schaf und Alpaca. Vom scheren der Tiere bis hin zum Stricken und Weben der Produkte ist alles Handarbeit. Auch die Farben der Wolle sind pflanzlicher Basis.


Sonntag: Cuzco
Am Sonntag haben wir in und um Cuzco besichtigt. Die Fotos wurden noch nicht entwickelt und werden zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Am Montag sind wir nach Lima zurückgekehrt und seither hat mich der Alltag wieder.

Ich freue mich schon auf die nächste Reise!

Schöne Woche

Matthias