Freitag, 29. Mai 2009

Ferien

Es hat also tatsächlich geklappt mit der Reise. Am Sonntag, 17. Mai sind wir los und am Dienstag, 26. Mai war ich wieder zurück. Die Reiseroute war Tana -> Antsirabe -> Fianarantsoa -> Manakara -> Mananjary -> Nosy-Varika -> Tana.


Tana - Antsirabe
Am Sonntag wollten wir die kurze Fahrt - ca. 3 Stunden - von Tana nach Antsirabe hinter uns bringen. Das hat alles ganz gut geklappt. Wir kamen am Busbahnhof an und dort stand auch prompt schon ein Taxi-B mit zwei freien Sitzplätzen zur Abfahrt bereit. Der Fahrpreis schien in Ordnung, nachdem was mir ein madagassischer Arbeitskollege gesagt hat. Ein bisschen suspekt war mir allerdings, dass wir für unser Gepäck auf dem Dach auch eine Gebühr bezahlen mussten. Unser "Sitzplatz" - wenn man das denn so nennen kann - war auch nicht der bequemste. Wir mussten nämlich in der freien Lücke zwischen zwei Sitzen Platz nehmen, auf zwei Eisenstangen sozusagen. Das kommt halt davon, wenn man in der ganzen Hektik die Fahrt bezahlt, ohne zuerst ins Taxi-B zu schauen. Aber zum Glück war die Fahrt nicht so lange und so mussten wir auch nicht auf das nächste Taxi-B warten.
Wie mir allerdings eine Mitfahrerin gesagt hat, wurden wir ziemlich abgezockt. Erstens haben wir für die Fahrt zu viel bezahlt und ausserdem müsste man für das Gepäck normalerweise nichts zusätzlich bezahlen.

Lektion Nummer 1: vor dem Bezahlen sich über die freien Sitzplätze erkundigen.
Lektion Nummer 2: vor dem Bezahlen einen anderen Mitreisenden nach dem wirklichen Preis fragen.

Antsirabe - Fianarantsoa
Mit der Abzocke noch nicht genug. In Antsirabe hat uns ein Typ gesagt, dass er am nächsten Tag nach Fianarantsoa fahren würde. Da wir nicht wieder solche schlechten Sitzplätze haben wollten, reservierten wir zwei Plätze und mussten dafür natürlich eine kleine Anzahlung machen. Am nächsten Tag war von dem Typen bei der Busstation natürlich keine Spur. Da haben wir dann auch erfahren, dass man Reservationen beim dafür zuständigen Kassenhäuschen machen muss und da auch eine Quittung erhält.
Da haben wir es also tatsächlich vollbracht, uns innerhalb von 12 Stunden wie absolute Grünschnäbel ausnehmen zu lassen. Es waren zwar nur kleine Beträge die niemandem weh tun, aber es wurmt einen halt trotzdem.

Lektion Nummer 3: Plätze für das Taxi-B nur bei der zuständigen Kasse reservieren und wenn nötig eine Quittung verlangen.


Fianarantsoa - Manakara

In Fianarantsoa waren wir in einem gemütlichen kleinen Hotel. Ein Wächter des Hotels hat uns angeboten, für uns die Zugbillets zu kaufen. Da man die Plätze nicht reservieren kann, hätten wir sehr früh am Dienstag Morgen am Bahnhof sein müssen. Jetzt die grosse Frage: Nachdem man am ersten Tag der Reise schon zweimal gelinkt wurde, drückt man am zweiten Tag einem Typen den ganzen Kaufpreis der Billetts in die Hand oder nicht? Wir haben das aber dann gemacht und wurden auch nicht enttäuscht. Darum:

Lektion Nummer 4: Traue den Hotelangestellten, denn sie wollen nur dein Bestes.


Die Zugfahrt selbst war der absolute Oberhammer! Wir sind natürlich 2. Klasse gefahren. Nicht um Geld zu sparen, sondern um mit den ganzen Madagassen zusammen zu sitzen. In der 1. Klasse fahren vor allem Touristen - und obwohl ich nur ein Jahr hier bin, bezeichne ich mich nicht als Tourist. Natürlich bin ich auch kein Madagasse, möchte aber so viel wie möglich vom Land und der Kultur mitbekommen, darum zweite und nicht erste Klasse. Daher waren wir die einzigen vazaha, also Ausländer/Fremde/Weisse in dem Wagon, was ganz lustig ist. So kommt man schnell mal mit den Madagassen ins Gespräch - und das obwohl ich kaum madagassisch spreche und sie zum Teil kein französisch.


Der Zug hält dann an vielen kleineren Dörfern an, wo Frauen und Kinder ihre Sachen verkaufen - Früchte, Fisch, Gebäck, etc. Dort kann man je nach Länge der Haltes kurz Aussteigen oder einfach vom Fenster aus etwas feines kaufen. In einem Dorf haben sie anscheinend dermassen viele Mandarinen, dass ich einem Mädchen einen Bund von 21 Mandarinen für umgerechnet 5 Rappen abkaufen konnte - und das, ohne märten zu müssen. Ich war wirklich überrascht, wie billig die Sachen zum Teil sind.


Die Kinder sind auch immer sehr froh über Geschenke wie Kleider, Stifte oder leere PET Flaschen. Geld würden sie natürlich auch nehmen, aber das gebe ich aus Prinzip nicht.
Mit all den Stops gingen die 9 Stunden Fahrt recht schnell vorbei.

Manakara - Mananjary

In Manakara hatten wir für zwei Nächte einen schönen Bungalow in einer Hotelanlage direkt am Meer. Der Strand war sehr schön, aber das Wetter zu kalt zum Baden. Aber das wird glaube ich auch nicht unbedingt empfohlen, anscheinend soll es dort Haie geben.


Nach Mananjary fuhren wir wieder mal mit dem Taxi-B. Diesmal hatten wir echt nette Fahrer und wurden weder beim Preis, noch bei der Reservation irgendwie übers Ohr gehauen. Am Donnerstag Morgen haben sie uns sogar beim Hotel abgeholt und in Mananjary die Bootsanlegestelle und das Hotel gezeigt.


Mananjary - Nosy-Varika
In Mananjary sind wir dann ein bisschen länger geblieben als geplant. Erstens war das MAF Flugzeug nicht am Sonntag, sondern erst am Dienstag in Nosy-Varika. Somit haben wir zwei Tage gewonnen. Und zweitens haben wir am Sonntag das Schiff nach Nosy-Varika verpasst. Wer kann auch ahnen, dass in Madagaskar ein Schiff pünktlich abfährt... Wie wir aber am Montag festgestellt haben, kann man sich auch darauf nicht verlassen, denn da haben wir wieder gewartet.
Das Gute am Verpassen des Bootes war dafür, dass wir so richtig schönes Wetter hatten und den ganzen Tag am Strand und im Wasser sein konnten.


Lektion Nummer 5: in Madagaskar kann ein Gefährt pünktlich abfahren, aber meistens erst später. Und die Fahrt dauert immer länger als sie einem sagen.



Die Bootsfahrt war auch super. Es ist so, dass jeder ein bisschen Reis mitnimmt, welcher dann von der Besatzung gekocht wird. Gegessen wird also auf dem Boot. Aber zwischendurch haben wir an Dörfern haltgemacht, um jemanden rauszulassen oder aufzuladen. So konnte man sich ein bisschen die Beine vertreten. Ausserdem konnte man auf das Dach des Bootes gehen, falls einem die Holzbänke mal zu hart wurden.




Nosy-Varika - Tana

Die Landebahn in Nosy-Varika ist ein bisschen abseits des Dorfes, darum mussten wir etwa 6km herrlichen Sandweg zurücklegen. Zum Glück hatten wir ein Quadbike zur Verfügung, welches der MAF gehört und noch in Nosy-Varika abgestellt war. Das hat dann echt Spass gemacht, auf jeden Fall besser als marschieren :-)

Im Grossen und Ganzen war die Reise absolute Klasse, trotz der eher unschönen Abzockereien! Das wird mir aber nicht mehr so schnell passieren, man lernt ja dazu. Als Weisser muss man sich halt ein bisschen ins Zeug legen, um nicht abgezockt zu werden.

Die Fotos waren wieder mal gesponsert von Tilman, da es bei mir ja mal wieder länger dauert. Falls dann ein paar zeigenswerte dabei sind, werde ich das nachholen.

Gestern war ich übrigens mit unseren beiden Piloten in Tuléar. Auf dem Weg dorthin sind wir ein paar kleinere Dörfer angeflogen und haben dann in Tuléar übernachtet. Heute wieder das gleiche, einfach in die andere Richtung. Die letzten zwei Wochen hatte ich es wirklich sehr locker.

Ciao

Matthias

Donnerstag, 14. Mai 2009

Sprachbesonderheiten

Jetzt bin ich schon mehr als 4 Monate hier in Madagaskar. Wie die Zeit rast, unglaublich! Letzte Woche habe ich etwas sprachlich sehr interessantes und lustiges gelernt. Von vorn: mamy heisst süss. Auf einer Zuckerdose habe ich dann siramamy gelesen. Ich habe mir dann gedacht, sira muss also so etwas heissen wie "Pulver" oder "Körner" oder irgend etwas in dieser Art - was dann "süsses Pulver" respektive "süsse Körner" ergeben würde. Nun, in Wirklichkeit heisst sira Salz - auf madagassisch ist Zucker in dem Fall süsses Salz. Dann hätten wir ja auch gleich geklärt, was von beidem - Zucker oder Salz - die Madagassen zuerst kannten.

Ein ähnliches Beispiel ist Bonbon, vatomamy auf madagassisch. Wörtlich übersetzt heisst das "süsser Stein".
Als letztes noch der zungenbrecherische Flughafen, seranampiaramanidina. Das Wort ist zusammengesetzt aus seranana, Hafen und fiaramanidina, Flugzeug. Flugzeug heisst aber nicht einfach Flugzeug auf madagassisch, sondern ist selbst ein zusammengesetztes Wort. fiara heisst nämlich Auto und manidina heisst fliegen. Ein Flugzeug ist demnach ein "fliegendes Auto" und der Flughafen ein "Hafen für fliegende Autos".

Diesen Samstag gehen wir mit Jakob in die Stadt, er will dort bei einem Garagenverkauf ein paar Sachen loswerden. Anscheinend hat er immer Mitleid mit den Käufern und erzielt darum nicht so optimale Preise. Darum müssen wir ihm ein bisschen unter die Arme greifen, damit er nicht zu sehr abgezockt wird.
Am Nachmittag gehen wir eventuell in die "Croq Farm". Das ist so etwas wie ein kleiner Zoo mit Lemuren, Krokodilen und Fosa (das waren die Bösewichte in Madagaskar 1). Ist zwar recht touristisch, aber ganz bei uns in der Nähe, darum wollen wir uns das mal anschauen.
So richtig cool wird es aber hoffentlich nächste Woche. Am 24. und 26. Mai haben wir Flüge nach Fianarantsoa. Von dort aus fährt die - im Moment - einzige Passagier-Eisenbahn von Madagaskar. Der Zielort ist Manakara, ein Ort an der Ostküste. Tilman und ich würden gerne diese Strecke fahren. Damit wir nicht zweimal mit dem Taxi-B von Tana nach Fianarantsoa fahren müssen - weil es sind immerhin ca. 9 Stunden unbequemer Fahrt - würden wir gerne den einen Weg fliegen. Dies bedingt allerdings, dass noch Plätze frei sind und wir ein paar Tage frei nehmen können. Im Moment bin ich noch relativ zuversichtlich, dass es klappt.
Das ist eines, an das man sich in Madagaskar gewöhnen muss: es ist nicht immer einfach - manchmal sogar unmöglich - etwas im Voraus zu planen.


Das waren meine letzten Bilder aus Ampasinambo. Jetzt dauert es wieder einige Zeit, bis ich Fotos geschossen und entwickelt habe. Aber vielleicht werde ich in der Zwischenzeit wieder Bilder von Tilmans Digitalkamera nehmen, um euch etwas zeigen zu können.

Ciao

Matthias

Mittwoch, 6. Mai 2009

Von Luftkissenbooten, Siedlern und Krokodilen

So, da wäre ich wieder mal. Es geht mir bestens, ich bin gut erholt von der Malaria und geniesse die Zeit hier. Wir gehen immer mal wieder ins Restaurant essen, so viel könnte ich mir in der Schweiz unmöglich leisten. Aber hier sind die Preise natürlich wesentlich tiefer. Gestern zum Beispiel waren wir im "Le Grill" und dort habe ich zum ersten mal Krokodil gegessen. War nicht schlecht, ein bisschen wie Poulet mit Fischgeschmack.


Am Wochenende waren wir bei Kollegen Siedlers spielen, war wieder mal cool. Schön dass man hier auch Sachen machen kann, die man von zu Hause kennt. Der Jakob baut im Moment ein Luftkissenboot und ich war auch ein bisschen helfen. Es läuft jetzt anscheinend ziemlich gut. Ich hoffe, dass ich es dann mal in Lac Mantasoa in Aktion erlebe :-)


Hmm, das ist ja ein eher kürzerer Eintrag, aber in letzter Zeit ist halt nicht so viel passiert. Bei Fragen bin ich ja erreichbar... Im Moment planen der Tilman und ich ein paar Ausflüge, weil er ist nur noch sieben Wochen hier und da wollen wir noch ein bisschen was machen. Aber davon berichte ich dann, wenn wir das wirklich unternommen haben.

Nun denn, bis die Tage.

Matthias

Montag, 27. April 2009

Marary aho!

Mann, Mann, Mann, die letzte Woche ist wirklich eine zum vergessen. Der Titel wird "mararia" ausgesprochen und heisst soviel wie "ich bin krank". Das passt grad doppelt bei mir. Weil ich erstens wirklich krank war letzte Woche und zweitens reimt es sich noch mit "Malaria", die Krankheit die ich hatte. Also wirklich, da denkt man, man sei mit einem Zyklon schon gut bedient und schleppt dann noch Malaria mit nach Hause. Eine Erfahrung, auf die ich liebend gerne verzichtet hätte.


Der Tilman hatte übrigens auch Malaria, wir haben uns das also anscheinend eingefangen, als wir in Ampasinambo bei der madagassischen Familie übernachtet haben. Aber wir wollen uns mal nicht allzu sehr beklagen. Nach ein paar Tagen ging es wieder besser und jetzt sind wir wieder auf dem Damm und können ganz normal arbeiten. Trauriger ist, dass das Baby der madagassischen Familie gestorben ist - so wie es aussieht auch an Malaria.


Vielleicht hatten sie einfach keine Medizin zur Behandlung, aber möglich wäre auch, dass sie einfach nicht gewusst haben, dass ihr Kind Malaria hat. Dieses Dorf hat also eine Landebahn bitter nötig.



Wobei ich sagen muss, dass ich persönlich im Moment gehörig die Nase voll habe von der Arbeit im Busch - zuerst der Zyklon und dann noch Malaria, das ist nicht unbedingt das was ich mir unter einer erfolgreichen Buschexpedition vorstelle.


Aber ihr seht, den Humor habe ich trotzdem noch nicht verloren, da bräuchte es dann schon noch ein bisschen mehr :-)


So, das wärs wieder mal für eine Woche. Dieser Eintrag über Stürme und Krankheiten ist wahrscheinlich nicht grad förderlich dafür, jemanden für einen Besuch bei mir zu begeistern, aber was will man, das gehört halt hier auch dazu.

Also, alles Gute

Matthias

Dienstag, 14. April 2009

Flugstunde

Letzten Freitag - Karfreitag, wenn ich mir das recht überlege - waren wir im "Le Grill", einem feinen Restaurant. Nun, und dort gabs was rechtes vom Grill, wie der Name schon sagt. Am Samstag Vormittag war dann wieder mal Fussball angesagt und am Nachmittag war ich mit Lukas auf dem Souvenirmarkt - er geht diesen Donnerstag nach Hause und da wollte er noch ein paar Sachen einkaufen. Am Sonntag waren wir an einem Osterkonzert in einer Kirche - einige von unseren Arbeitskollegen sangen dort im Chor mit. Mann, die Madagassen haben echt kein Mass, drei Stunden hat die ganze Sache gedauert und Eintritt musste man auch noch bezahlen.


Am Montag hätte ich eigentlich frei gehabt, da aber Jakob auf einen Flug ging und noch Platz hatte, habe ich ihn begleitet. Wir flogen recht hoch in den Norden, dort war ich bis jetzt noch nie. Zuerst mit ein paar Passagieren nach Port-Bergé, dann weiter nach Mandritsara und von dort mit einer Passagierin zurück nach Tana. Auf dem Weg von Port-Bergé nach Mandritsara hatten wir ausser einiger Fracht nichts an Board und darum hat mir Jakob eine Flugstunde gegeben. Landen durfte ich - natürlich! - nicht, aber dafür ohne Autopilot einfach den Kurs halten und auch ein paar Kurven fliegen. Hat echt Spass gemacht. Hoffentlich gibts dann irgendwann Lektion Nummer zwei.


Heute Vormittag war ich mit einem Arbeitskollegen in der Stadt, um einige Besorgungen zu machen. Im Moment ist auch eine Fotoausstellung von Pierro Men in Tana und darum hat er mir die Fotos, die ich bei ihm habe entwickeln lassen, mitgenommen. Endlich, endlich habe ich qualitativ hochwertige Fotos. Da ich voraussichtlich in den kommenden Wochen hier in Tana bleibe und darum keine neuen Fotos schiessen werde, zeige ich einfach einige der Bilder von Ampasinambo.


Morgen Donnerstag um 5:30 werde ich Lukas an den Flughafen fahren. Leider fliegt er schon wieder in die Schweiz zurück. Gestern hatten wir seine Abschiedsparty bei uns zu Hause, das war eine geglückte Angelegenheit mit viel Fleisch - er hat 8kg Steaks gekauft und das für umgerechnet 30CHF. Danach werde ich mit Jakob und ein paar anderen Leuten an Pierrots Ausstellung fahren. Soviel ich heute gesehen habe, hat es wahnsinnig schöne Bilder dabei.


Zur Situation hier, im Moment ist es ruhig, allerdings sind mehr als 80% der Leute mit der neuen Regierung unzufrieden. Dazu kommt noch, dass Ravalomanana, also der vorherige Präsident, diesen Samstag plant, nach Madagaskar zurückzukehren. Da stehen uns also noch interessante Zeiten bevor.


Ciao

Matthias

Freitag, 10. April 2009

Sonnenbrille und -crème...

... habe ich diesmal wirklich vergebens mit nach Ampasinambo genommen. Es hat fast die ganze Zeit geregnet, daher waren wir wirklich sehr unproduktiv. Wir waren nur zwei Leute, der Tilman und ich. Das Ziel wäre gewesen, mit dem kleinen Bagger zu graben und mit dem grossen die Löcher zu füllen. Da es aber so nass war, ist man mit dem grossen nur gerutscht, daher konnten wir den nicht so viel brauchen. Und auch mit dem kleinen ist man viel weniger schnell vorwärts gekommen als normalerweise.


Aber gut, sonst war es eigentlich wieder recht cool, dort zu sein. Tags durch halt gearbeitet so gut es ging und dann am Abend gemütlich an einem kleinen Feuerchen gesessen.


Ja, es war eigentlich alles ganz in Ordnung, bis es am Montag Abend dann hiess, dass wir statt am Dienstag erst etwa am Donnerstag nach Hause können, weil ein Zyklon auf uns zukommen würde. Und der Helikopter steckte sowieso irgendwo mitten in dem genannten Zyklon fest. Also hiess es abwarten. In der Nacht vom Montag auf den Dienstag ist der Zyklon dann tatsächlich über uns weggefegt. Gut, ich muss dazu anmerken, dass es ein schwacher Zyklon war, eher einfach ein tropischer Sturm. Was bedeutet, viel Wind und Regen. Irgendwann in der Nacht hat es uns dann die Planen des Camps halb weggerissen und der Fluss hat bedrohlich angefangen zu steigen. Normalerweise ist das Camp sicher 3 bis 4 Meter über dem Wasserspiegel des Flusses. Durch den Regen der ganzen vergangenen Woche war er vielleicht um einen Meter gestiegen. Aber als dann der Sturm so richtig alles runtergelassen hat, was möglich war, ist der Fluss dann tatsächlich über die Ufer getreten. Zum Glück hatten wir das kommen sehen und vorher das ganze Camp auf einen Hügel geschafft. Sobald man mal so richtig nass ist macht das echt Spass, habe ich gemerkt.

Hier ist der Wasserspiegel schon recht hoch, aber doch noch einiges entfernt vom Ufer.

Und hier ist der Fluss über die Ufer getreten. In der Mitte des Bildes bei den umgestürzten Bäumen, dort war unser Lager.


Zwei Dorfbewohner, die auf unserer Seite des Flusses leben - denn den Fluss zu überqueren wäre Selbstmord gewesen - haben uns dabei geholfen. Den einen habe ich dann gefragt, ob wir bei ihnen übernachten können, da bei uns alles nass war. Sie haben uns dann ein Haus zur Verfügung gestellt. Dort war es zwar sehr unbequem zum Schlafen, aber wenigstens warm und trocken.



Und noch ein Foto zum Abschied. Ich bin ja schon nicht der Grösste, aber im Vergleich zu diesen Madagassen...

Am nächsten Tag war der Zyklon vorbei und das Wasser lief ziemlich schnell wieder ab. So konnten wir unsere Zelte wieder aufstellen und sogar die Kleider an der Sonne trocknen lassen. Gestern Donnerstag Vormittag kam dann endlich der Helikopter. Während der zweieinhalb Tage - also Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Morgen - haben wir uns ausschliesslich von Bananen, einigen Keksen und Müsli ernährt. Könnt euch also vorstellen, wie ich gestern zu Mittag ein schönes Steak mit Pommes-Frites verschlungen habe :-)

Das ganze war ein echtes Abenteuer, das im Moment natürlich schon ziemlich unangenehm war, über das ich aber jetzt lachen kann. Ausserdem hatten wir schöne Erfahrungen mit den Madagassen und konnten wenigstens das ganze Material vor grösserem Schaden bewahren.

Aber ganz ehrlich, jetzt brauche ich erst mal ein paar Wochen abenteuerlose, langweilige, trockene Arbeitstage hier im Büro, mit einem schönen feinen Stück Fleisch jeden Tag :-).

Ciao

Matthias

Dienstag, 31. März 2009

Tischgebet und Hühnerfüsse

Wieder mal Zeit für einen Eintrag. Die letzten paar Arbeitstage hatte ich - wers glaubt oder nicht - viel zu tun, darum kommen meine Zeilen erst diese Woche. Wir ihr wisst arbeite ich für eine christliche Organisation und darum wird vor dem Essen natürlich immer gebetet. Das beste Gebet, das ich bis jetzt gehört habe, stammt von meinem deutschen Kollegen Tilman: "Lieber Gott, segne flott, lass deinen Segen über diese Teller fegen".

Vorletztes Wochenende waren wir bei einer madagassischen Kollegin zum Mittagessen eingeladen. Ich weiss nicht mehr wie das Gericht heisst, aber es war aus den Blättern der Maniokpflanze und Schweinefleisch gemacht. Dazu gab es natürlich Reis. Es war sehr gut, obwohl mir abgeraten wurde, hier Schweinefleisch zu essen. Wegen der falschen Zucht und Fütterung kann man davon Würmer kriegen. Das blöde daran ist, dass man diese Würmer nicht mehr los wird, auch nicht mit Medikamenten. D. h. man hat sie bis sie von selbst sterben. Diese Würmer gehen ins Gehirn und fühlen sich anscheinend wohl dort. Sie sind nicht lebensbedrohlich, allerdings verursachen sie Ohnmachtsanfälle. Wenn es geht esse ich kein Schweinefleisch, aber wenn man eingeladen ist, will man ja nicht unhöflich sein.

Dann hatten wir auch eine Abschiedsparty für unsere 6 Amerikaner. Da wir zu der Zeit noch Probleme mit den Visa hatten und nicht genau wussten, ob wir bleiben konnten oder einen Ausflug ins Ausland machen mussten, hat deren Organisation entschieden, sie nach Südafrika zu versetzen. Denn das Billet dorthin hatten sie sowieso schon und dadurch ist die Organisation kein finanzielles Risiko eingegangen. Während ich in Ampasinambo war ist auch mein Vorgänger Sascha frühzeitig nach Hause, da jemand aus seiner Familie krank wurde - jetzt sind von zehn jungen Freiwilligen nur noch drei übrig.
Auch zwei unserer Piloten sind mit ihren Familien weg - einer nach Uganda, der andere nach Kenia. Allerdings nicht, weil es hier nicht mehr sicher wäre oder so, sondern weil wir durch die ganze Situation nicht mehr so viele Flüge haben. Darum helfen sie in anderen MAF Organisationen für ein paar Wochen aus.

Letzten Samstag war ich seit Langem wieder mal Fussball spielen und am Abend hatten wir eine Abschiedsfete für zwei schweizer Kollegen. Der eine war seit 2007 hier, zuerst für die MAF, dann für andere Organisationen. Der andere war auch einmal ein Zivi für die MAF und nun hier in den Ferien. Das Fest war cool und es gab auch etwas zu essen. Zwei der eher spezielleren Sachen war Zebuherz (Zebu ist wie eine Kuh) und Hühnerfüsse. Das Zebuherz ist sehr gut, fast wie ein Steak (das Herz war in kleine Stücke geschnitten, und vom Aussehen her merkt man nicht, was es ist). Ganz anders die Hühnerfüsse, die sehen nämlich genau so aus - oder noch schlimmer - wie man sie sich vorstellt:

Aber sie sind dann doch besser, als sie aussehen. Man darf einfach beim essen das Gegessene nicht zu sehr ansehen.
Falls sich jemand am Überlegen ist, mich zu besuchen, dieses Bild ist kein Grund, nicht zu kommen, denn normalerweise ist das Essen hervorragend :-).

Zur Situation hier kann ich nicht viel Neues sagen, ausser dass es in der Stadt immer wieder Demos gibt und Andry ein riesen Idiot ist (z. B. feuert er Leute, die ihn unterstützt haben, um an die Macht zu kommen, wie blöde kann man denn sein?!). Jakob hat mit der deutschen Botschaft um 20€ gewettet, dass Andry bis am 16. April wieder weg vom Fenster ist. Ich habe mir gedacht, um die Kommentare im Blog ein bisschen zu beleben, kann jeder einen Tipp abgeben (nur ein Tipp pro Person und Datum). Derjenige, der am nächsten ist, bekommt von mir ein Getränk offeriert, sobald ich wieder zurück bin.

Heute habe ich meine Filme, die ich in Ampasinambo gebraucht habe, nach Fianarantsoa geschickt, um sie entwickeln zu lassen. Hoffentlich geht das Paket nicht verloren. Vielleicht kann ich meinen nächsten Eintrag mit eigenen Bildern schmücken. Ich bin wirklich gespannt auf die Resultate.

Morgen gehe ich wieder nach Ampasinambo, um an der Landebahn zu arbeiten. Diesmal allerdings nicht so lange, nur bis nächsten Dienstag. Diesmal sind wir nur zu zweit, der Tilman und ich. So wird uns sicher nicht langweilig.

Ehm ja, das wars eigentlich, wie weiter oben angeschnitten, hat das mit den Visa in letzter Minute geklappt und wir mussten nicht aus dem Land fliegen. Sonst, "tsy misy vaovao", nichts Neues...

Bis bald

Matthias

Donnerstag, 19. März 2009

Von Würmern und anderen Viechern

Oh Mann, dieser Eintrag wird so lang, den muss ich doch glatt in diverse Kapitel unterteilen. In Kürze (für diejenigen, die nur die Bilder anschauen :-): der Aufenthalt im Busch war grosse Klasse, die Arbeit hat mir gut getan und auch Spass gemacht und ausserdem habe ich viel Schönes erlebt.

Die Hinreise und meine Funktion als Übersetzer
Wir sind nicht direkt von Ivato nach Ampasinambo geflogen, da wir vorher in Fianarantsoa noch einen madagassischen Photographen abholen mussten. Oder ich sage besser, DEN madagassischen Photographen, weil er ist auch international ziemlich bekannt. Sein Name ist Pierrot Men und er ist ein Spezialist für schwarz-weiss Fotos. Hier ein Link für die Interessierten:

http://www.dakotaridgegallery.com/pierrotmen/index.htm

Es war nämlich so, dass ein Kamerateam von MAF England für eine Woche nach Madagaskar kam, um eine Reportage mit Interviews, Film und Bildern über die Arbeit der MAF hier in Madagaskar zu machen. Die MAF hat zu diesem Anlass Pierrot Men engagiert, um die Fotos zu schiessen. Wir flogen mit dem Flugzeug also zuerst nach Fianarantsoa, um ihn abzuholen, und dann weiter nach Marolambo, wo die MAF kürzlich eine Landebahn fertiggestellt hat. Dort kam dann noch ein Helikopter dazu, mit dem sie aus der Luft das MAF Flugzeug beim Start und bei der Landung gefilmt haben. Als sie damit fertig waren, sind wir mit dem Helikopter nach Ampasinambo geflogen (anders kommt man dort kaum hin, ausser man will eine Zweitagesreise von Marolambo in Kauf nehmen -> und darum baut die MAF dort eine Landebahn).

Dort wurden wir zuerst mal grossartig empfangen, es waren sehr viele Leute anwesend, um die Landung des Helikopters zu sehen. Dann ging es weiter mit Filmen und Interviews, bei denen ich als Übersetzer zum Zuge kam. Da Pierrot Men und ein Priester, mit dem wir ein Interview gemacht haben, nur madagassisch und französisch sprechen, und das Kamerateam aus England nur englisch, durfte ich sie den ganzen Tag über begleiten und die Fragen und Antworten übersetzen. Das war super. So hatte ich gleich am ersten Tag einen Einblick ins Dorf und Kontakt mit den Einwohnern.

Die Einwohner freuen sich extrem auf die Landebahn und können es kaum erwarten, bis wir endlich damit fertig sind (auf dem Weg vom Dorf zurück zum Camp habe ich mich mit einem älteren Herrn unterhalten, und er meinte nur "plus vite!"). Ihr müsst nämlich wissen, sobald die Landebahn mal da ist, wird auch anderen Organisationen die Einreise ins Dorf sehr vereinfacht. Die Einwohner erhoffen sich viel davon. Übrigens sprechen sie dort ein anderes Madagassisch als hier in Tana. Somit konnte ich mich noch schlechter verständigen als es sonst der Fall gewesen wäre :-) Ich dachte, dass alle Leute, ausser vielleicht die Kinder, französisch sprechen würden, aber da habe ich mich gründlich verschätzt! Da bleibt einem halt nichts anderes übrig, als das Wörterbuch aus der Tasche zu nehmen und zu versuchen, einigermassen verständliche Sätze herzustellen. Manchmal hat es geklappt und manchmal haben die Leute überhaupt nicht verstanden, was man sagen will. Aber auf jeden Fall habe ich ein bisschen was dazugelernt und vor allem auch die Sprache mehr angewendet als hier im Büro.

So sieht es im Dorf aus, staubige Wege und einfache Holzhütten.

Wenn ich gerade nicht mit Übersetzen beschäftigt war, habe ich mich mit Pierrot unterhalten, um etwas mehr über das Photographieren zu lernen. Er hat mir gesagt, dass man in Madagaskar - und vor allem in kleineren Dörfern wie Ampasinambo - keine Skrupel haben muss, Photos zu schiessen. Und wirklich, den Leuten macht es nichts aus, photographiert zu werden. Im Gegenteil, sie freuen sich, am meisten die Kinder. Aber mehr dazu weiter unten im Bericht.
Ausserdem hat er mir gesagt, wieso alle meine bisherigen Photos so hell sind. Es ist nämlich so, dass die Madagassen auf den Photos nicht gerne so dunkel erscheinen wollen und darum die Abzüge einfach heller machen. Verrückt, nicht? :-) Von nun an sende ich meine Filme nach Fianarantsoa in Pierrots Fotolabor, dort werde ich sicher bessere Abzüge erhalten. Wegen der Situation hier warte ich mit dem Versenden aber noch einen Moment, nicht dass mir die Filme noch abhanden kommen. Darum nehme ich für diesen Eintrag einige Bilder meiner Kollegen - es gibt tatsächlich Leute mit Digitalkameras - und zeige euch meine Bilder ein anderes mal.



Ein ganz normaler Arbeitstag
So um 5:30 haben die ersten Hähne angefangen zu krähen und um ca. 6:00 haben im Dorf die Glocken angefangen zu läuten. Dann hiess es aufstehen, frühstücken und so um 7:00 haben wir langsam angefangen, die Maschinen zu ölen und Benzin nachzufüllen. Um 7:30 haben wir dann mit der Arbeit angefangen und durchgearbeitet bis um 12:00. Die Landepiste muss natürlich ziemlich flach sein und deshalb mussten wir an einigen Stellen mit einem kleinen Bagger Erde abtragen, um damit andere Stellen aufzufüllen. Von Zeit zu Zeit mussten wir mit dem Niviliergerät nachmessen, wie viel tiefer oder höher wir noch gehen können. Ich habe freiwillig auf die Arbeit mit einem der Bagger verzichtet und entweder die Erde flachgerecht oder mit dem Kompakter die Erde festgestampft - schliesslich wollte ich ja etwas für meine Fitness tun.

Hier während dem Arbeiten: auf der einen Seite der Landebahn wird Erde abgetragen und in die andere Seite reingeschüttet.


Am Schluss und von oben hat das dann so ausgesehen.

Am ersten Tag war das ein ziemlicher Krampf, weil ich alleine die ganze Erde flachrechen musste, die der Bagger brachte. Ausserdem hat er einfach alles auf einen Haufen geschüttet und ich musste das dann schön verteilen. Dann habe ich ihm vorgeschlagen, die Haufen mit der Schaufel ein wenig flachzudrücken. Das hat mir enorm viel Energie und uns allen Zeit gespart. Nach ein paar Tagen waren wir aber meistens zwei und am Schluss sogar drei Leute zum Rechen, dann hatten wir schon fast zu wenig zu tun. Ausserdem, so nach zwei Wochen wird das Rechen langsam ein wenig langweilig, darum bin ich nicht unbedingt unglücklich, wieder ins Büro zu kommen und etwas anderes zu machen. Aber ich hoffe doch sehr, dass ich in ein paar Wochen wieder mal in den Busch kann, um weiter an der Landebahn zu arbeiten.


Von 12:00 - 13:30 hatten wir Mittagspause. Die MAF hat zwei Dorfbewohnerinnen als Köchinnen angestellt, die jeweils das Mittag- und Abendessen für uns zubereitet haben. Es war immer sehr gut. Es gab halt immer Reis mit verschiedenen Beilagen, unter anderem: Aal, Schrimps, Fisch, Gemüse, Poulet, etc. Zum Nachtisch gab es meistens Ananas, wenn sie im Dorf welche hatten. Die Leute dort haben fast nichts, das meiste Gemüse zum Beispiel mussten wir selber mitnehmen. Dafür haben sie mehr als genug Bananen, an denen hat es uns nie gemangelt.
Am Nachmittag haben wir dann bis um 17:00 gearbeitet und danach ein Bad im Fluss genommen. Dazu mussten wir zuerst durch einen "dreckigen" Flussteil schwimmen - in dem es übrigens ein Krokodil haben soll, aber gesehen habe ich nie eines - um uns dann in einem sauberen Teil zu waschen. Am Schluss haben wir uns aber gesagt, da wir ja sowieso durch denn dreckigen Fluss schwimmen müssen - gut, wir hätten auch das Boot nehmen können, aber das geht dann noch länger - können wir uns ja genau so gut im dreckigen Teil waschen. Tja, ich denke im Busch wird man mit der Zeit je länger je unkomplizierter...
Danach haben wir gegessen, ein bisschen gelesen oder geredet, unseren Chef per Satellitentelephon angerufen, um den Stand der Dinge durchzugeben und schliesslich so um 20:00 - oder ein ungerades mal, wenn es ganz spät wurde um 21:00 :-) - haben wir uns in unsere Zelte verkrochen. Wir hatten nämlich ein Zeltlager direkt neben der zukünftigen Landebahn.

Sonntag ist Ruhetag
Gearbeitet haben wir von Montag bis Samstag. Am Samstag allerdings nur bis um 16:00, und am ersten Samstag haben wir sogar den ganzen Nachmittag frei genommen, um zu einem Wasserfall zu gehen und ein bisschen zu schwimmen. Danach haben der eine Kollege und ich noch ein wenig Fussball gespielt mit einigen Jungs vom Dorf, die etwa gleich alt waren wie wir.


Am Sonntag bin ich mit einem Kollegen ins Dorf - er wollte eine Ananas kaufen und ich Photos schiessen. Am Anfang waren die Kinder ein bisschen scheu, und auch ich musste mich ein wenig überwinden, um einfach so Photos zu machen. Dann habe ich aber meine Kamera einem kleinen Jungen gegeben und ihn ein Photo schiessen lassen. Das hat irgendwie den Knoten gelöst und plötzlich war ich umzingelt von Kindern und auch älteren Leuten und konnte nach Herzenslust losknippsen. Ich bin wirklich sehr gespannt auf die Resultate und hoffe, dass auch ein paar wirklich gute Bilder dabei sind.

Hier hatte ich die Kamera eines Kollegen. Die Kinder haben sich immer sehr gefreut, sich auf den Photos zu betrachten.




Während dem Photographieren habe ich ein paar der Typen getroffen, mit denen wir am vorigen Tag Fussball gespielt haben, und haben wieder abgemacht für ein Spiel am Nachmittag. Diesmal kam die eine Kollegin mit. Es war super, die Jungs haben extra das halbe Fussballfeld von Hand gemäht, damit wir dort spielen konnten.
Am Abend haben wir ein Lagerfeuer gemacht und Marshmallows geschmolzen - im gesamten waren wir fünf Leute, drei davon Amis, man muss sich darum nicht wundern :-). Stellt euch vor, die nehmen einen Keks, streichen die geschmolzenen Marshmallows drauf, darauf noch Schokolade und Erdnussbutter und wieder einen Keks - soviel zur amerikanischen Fresskultur... Ein anderes mal haben wir Popcorn gemacht, natürlich auch über dem Feuer. War eine schöne Zeltlagerstimmung dort. Ganz zu schweigen vom Sternenhimmel, den man ohne störendes Licht betrachten konnte. Oder auch wenn es geregnet hat war es schön gemütlich im (wasserdichten :-) Zelt.

Fauna und Flora
Zur Flora kann ich nicht sehr viel sagen, es ist halt alles grün rundherum, mit Bananenbäumen und sonstigen Pflanzen.
Das war auf einem Hügel neben dem Camp. Unten vor dem Fluss, aber weiter rechts vom Bild ist unser Lager.

Betreffend Fauna, es hatte ziemlich viele Chamäleons und Frösche und sehr mühsame Ameisen, die immer gerne unseren Tisch übersiedelt haben.


Vier mal habe ich eine Schlange gesehen, einmal wäre ich beinahe barfuss auf eine getreten. Zum Glück gibt es hier keine Giftschlangen, das beruhigt doch sehr. Auch Riesenschnecken oder verschiedene Arten von Eidechsen waren in unserem Camp anzutreffen. Einige der Echsen konnte man sehr gut in die Hände nehmen, die hatten keine Angst.


Abenteuerliche Rückreise mit einem ehemaligen Kampfhubschrauberpilot
Der krönende Abschluss dieses zweiwöchigen Trips war der Rückflug nach Ivato. Der Pilot war früher mal beim französischen Militär, dementsprechend sein Flugstil. Es war wirklich sehr abwechslungsreich und unterhaltend, tief über Flüsse oder Reisfelder zu fliegen. Also ein alles andere als langweiliger Rückflug.


Und noch ein Photo zum Abschluss. Links von mir mein deutscher Kollege Tilman und rechts die drei Amis Mat, Erin und Keith

Die Situation hier in Madagaskar und wie es weitergehen könnte
Wahrscheinlich haben die meisten von euch die letzten zwei Wochen mehr über die Situation hier mitbekommen als ich selbst (gesetzt den Fall, dass die Nachrichten in der Heimat korrekt sind). Ich denke, im Moment ist alles wieder mehr oder weniger ruhig. Die MAF hat allerdings ein anderes Problem, nämlich folgendes: die MAF ist eine NGO, also eine nichtstaatliche Organisation. Um aber in einem Land als solche anerkannt zu werden, braucht es ein Abkommen. Jetzt ratet mal, wann das Abkommen von MAF-Madagaskar abläuft. Nächste Woche. Da die Situation hier sagen wir mal eher instabil ist und die Ministerien auch nicht so genau wissen was läuft, ist es noch nicht so sicher, ob wir dieses Abkommen frühzeitig verlängern können. Falls das nicht möglich ist, würde das bedeuten, dass alle ausländischen Mitarbeiter der MAF (und ich bin einer davon), ihr Visum nicht verlängern könnten. Da alle Visa Ende März ablaufen, würde dies weiter bedeuten, dass wir das Land vorher verlassen müssten. Nun gibt es drei mögliche Szenarien:
  • falls wir die Visa bis am Montag, 23. März am Mittag haben ist alles OK und wir bleiben hier
  • falls wir die Visa nicht haben und es auch nicht danach aussieht, als ob wir sie frühzeitig bekommen würden, fliegen wir (mit einem öffentlichen Flug) für einige Zeit nach Südafrika
  • falls wir die Visa noch nicht haben, aber die Chance gross ist, sie noch vor dem 30. März erneuert zu bekommen, bleiben wir im Land. Sollte sich dann herausstellen, dass es mit den Visa doch nichts wird, fliegen wir mit den MAF Flugzeugen nach Mayotte. Das ist eine Insel nordwestlich von Madagaskar und geographisch gehört sie zu den Komoren. Die Insel ist aber ein Übersee-Territorium Frankreichs (siehe Wikipedia :-) und ist anscheinen sehr teuer, obwohl die Leute dort ziemlich arm sind. Wir würden darum nicht lange dort bleiben, sondern von dort aus mit einem öffentlichen Flug in ein anderes Land fliegen.
Ihr seht, die MAF sorgt gut für uns vor. Und mal ehrlich, so ein kleiner Abstecher nach Südafrika oder Mayotte wäre doch eine tolle Sache, oder etwa nicht?! :-) Nächste Woche wissen wir mehr, aber bis jetzt sieht es so aus, als ob wir die Visa bekommen sollten.

Die Sache mit den Würmern...
So, das wars wieder mal. In den nächsten Tagen und Wochen wird sich zeigen, ob ich mir in Ampasinambo irgendwelche Parasiten oder Malaria eingefangen habe. Ich hoffe mal nicht :-).

Bis dann

Matthias