Freitag, 10. April 2009

Sonnenbrille und -crème...

... habe ich diesmal wirklich vergebens mit nach Ampasinambo genommen. Es hat fast die ganze Zeit geregnet, daher waren wir wirklich sehr unproduktiv. Wir waren nur zwei Leute, der Tilman und ich. Das Ziel wäre gewesen, mit dem kleinen Bagger zu graben und mit dem grossen die Löcher zu füllen. Da es aber so nass war, ist man mit dem grossen nur gerutscht, daher konnten wir den nicht so viel brauchen. Und auch mit dem kleinen ist man viel weniger schnell vorwärts gekommen als normalerweise.


Aber gut, sonst war es eigentlich wieder recht cool, dort zu sein. Tags durch halt gearbeitet so gut es ging und dann am Abend gemütlich an einem kleinen Feuerchen gesessen.


Ja, es war eigentlich alles ganz in Ordnung, bis es am Montag Abend dann hiess, dass wir statt am Dienstag erst etwa am Donnerstag nach Hause können, weil ein Zyklon auf uns zukommen würde. Und der Helikopter steckte sowieso irgendwo mitten in dem genannten Zyklon fest. Also hiess es abwarten. In der Nacht vom Montag auf den Dienstag ist der Zyklon dann tatsächlich über uns weggefegt. Gut, ich muss dazu anmerken, dass es ein schwacher Zyklon war, eher einfach ein tropischer Sturm. Was bedeutet, viel Wind und Regen. Irgendwann in der Nacht hat es uns dann die Planen des Camps halb weggerissen und der Fluss hat bedrohlich angefangen zu steigen. Normalerweise ist das Camp sicher 3 bis 4 Meter über dem Wasserspiegel des Flusses. Durch den Regen der ganzen vergangenen Woche war er vielleicht um einen Meter gestiegen. Aber als dann der Sturm so richtig alles runtergelassen hat, was möglich war, ist der Fluss dann tatsächlich über die Ufer getreten. Zum Glück hatten wir das kommen sehen und vorher das ganze Camp auf einen Hügel geschafft. Sobald man mal so richtig nass ist macht das echt Spass, habe ich gemerkt.

Hier ist der Wasserspiegel schon recht hoch, aber doch noch einiges entfernt vom Ufer.

Und hier ist der Fluss über die Ufer getreten. In der Mitte des Bildes bei den umgestürzten Bäumen, dort war unser Lager.


Zwei Dorfbewohner, die auf unserer Seite des Flusses leben - denn den Fluss zu überqueren wäre Selbstmord gewesen - haben uns dabei geholfen. Den einen habe ich dann gefragt, ob wir bei ihnen übernachten können, da bei uns alles nass war. Sie haben uns dann ein Haus zur Verfügung gestellt. Dort war es zwar sehr unbequem zum Schlafen, aber wenigstens warm und trocken.



Und noch ein Foto zum Abschied. Ich bin ja schon nicht der Grösste, aber im Vergleich zu diesen Madagassen...

Am nächsten Tag war der Zyklon vorbei und das Wasser lief ziemlich schnell wieder ab. So konnten wir unsere Zelte wieder aufstellen und sogar die Kleider an der Sonne trocknen lassen. Gestern Donnerstag Vormittag kam dann endlich der Helikopter. Während der zweieinhalb Tage - also Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Morgen - haben wir uns ausschliesslich von Bananen, einigen Keksen und Müsli ernährt. Könnt euch also vorstellen, wie ich gestern zu Mittag ein schönes Steak mit Pommes-Frites verschlungen habe :-)

Das ganze war ein echtes Abenteuer, das im Moment natürlich schon ziemlich unangenehm war, über das ich aber jetzt lachen kann. Ausserdem hatten wir schöne Erfahrungen mit den Madagassen und konnten wenigstens das ganze Material vor grösserem Schaden bewahren.

Aber ganz ehrlich, jetzt brauche ich erst mal ein paar Wochen abenteuerlose, langweilige, trockene Arbeitstage hier im Büro, mit einem schönen feinen Stück Fleisch jeden Tag :-).

Ciao

Matthias

Dienstag, 31. März 2009

Tischgebet und Hühnerfüsse

Wieder mal Zeit für einen Eintrag. Die letzten paar Arbeitstage hatte ich - wers glaubt oder nicht - viel zu tun, darum kommen meine Zeilen erst diese Woche. Wir ihr wisst arbeite ich für eine christliche Organisation und darum wird vor dem Essen natürlich immer gebetet. Das beste Gebet, das ich bis jetzt gehört habe, stammt von meinem deutschen Kollegen Tilman: "Lieber Gott, segne flott, lass deinen Segen über diese Teller fegen".

Vorletztes Wochenende waren wir bei einer madagassischen Kollegin zum Mittagessen eingeladen. Ich weiss nicht mehr wie das Gericht heisst, aber es war aus den Blättern der Maniokpflanze und Schweinefleisch gemacht. Dazu gab es natürlich Reis. Es war sehr gut, obwohl mir abgeraten wurde, hier Schweinefleisch zu essen. Wegen der falschen Zucht und Fütterung kann man davon Würmer kriegen. Das blöde daran ist, dass man diese Würmer nicht mehr los wird, auch nicht mit Medikamenten. D. h. man hat sie bis sie von selbst sterben. Diese Würmer gehen ins Gehirn und fühlen sich anscheinend wohl dort. Sie sind nicht lebensbedrohlich, allerdings verursachen sie Ohnmachtsanfälle. Wenn es geht esse ich kein Schweinefleisch, aber wenn man eingeladen ist, will man ja nicht unhöflich sein.

Dann hatten wir auch eine Abschiedsparty für unsere 6 Amerikaner. Da wir zu der Zeit noch Probleme mit den Visa hatten und nicht genau wussten, ob wir bleiben konnten oder einen Ausflug ins Ausland machen mussten, hat deren Organisation entschieden, sie nach Südafrika zu versetzen. Denn das Billet dorthin hatten sie sowieso schon und dadurch ist die Organisation kein finanzielles Risiko eingegangen. Während ich in Ampasinambo war ist auch mein Vorgänger Sascha frühzeitig nach Hause, da jemand aus seiner Familie krank wurde - jetzt sind von zehn jungen Freiwilligen nur noch drei übrig.
Auch zwei unserer Piloten sind mit ihren Familien weg - einer nach Uganda, der andere nach Kenia. Allerdings nicht, weil es hier nicht mehr sicher wäre oder so, sondern weil wir durch die ganze Situation nicht mehr so viele Flüge haben. Darum helfen sie in anderen MAF Organisationen für ein paar Wochen aus.

Letzten Samstag war ich seit Langem wieder mal Fussball spielen und am Abend hatten wir eine Abschiedsfete für zwei schweizer Kollegen. Der eine war seit 2007 hier, zuerst für die MAF, dann für andere Organisationen. Der andere war auch einmal ein Zivi für die MAF und nun hier in den Ferien. Das Fest war cool und es gab auch etwas zu essen. Zwei der eher spezielleren Sachen war Zebuherz (Zebu ist wie eine Kuh) und Hühnerfüsse. Das Zebuherz ist sehr gut, fast wie ein Steak (das Herz war in kleine Stücke geschnitten, und vom Aussehen her merkt man nicht, was es ist). Ganz anders die Hühnerfüsse, die sehen nämlich genau so aus - oder noch schlimmer - wie man sie sich vorstellt:

Aber sie sind dann doch besser, als sie aussehen. Man darf einfach beim essen das Gegessene nicht zu sehr ansehen.
Falls sich jemand am Überlegen ist, mich zu besuchen, dieses Bild ist kein Grund, nicht zu kommen, denn normalerweise ist das Essen hervorragend :-).

Zur Situation hier kann ich nicht viel Neues sagen, ausser dass es in der Stadt immer wieder Demos gibt und Andry ein riesen Idiot ist (z. B. feuert er Leute, die ihn unterstützt haben, um an die Macht zu kommen, wie blöde kann man denn sein?!). Jakob hat mit der deutschen Botschaft um 20€ gewettet, dass Andry bis am 16. April wieder weg vom Fenster ist. Ich habe mir gedacht, um die Kommentare im Blog ein bisschen zu beleben, kann jeder einen Tipp abgeben (nur ein Tipp pro Person und Datum). Derjenige, der am nächsten ist, bekommt von mir ein Getränk offeriert, sobald ich wieder zurück bin.

Heute habe ich meine Filme, die ich in Ampasinambo gebraucht habe, nach Fianarantsoa geschickt, um sie entwickeln zu lassen. Hoffentlich geht das Paket nicht verloren. Vielleicht kann ich meinen nächsten Eintrag mit eigenen Bildern schmücken. Ich bin wirklich gespannt auf die Resultate.

Morgen gehe ich wieder nach Ampasinambo, um an der Landebahn zu arbeiten. Diesmal allerdings nicht so lange, nur bis nächsten Dienstag. Diesmal sind wir nur zu zweit, der Tilman und ich. So wird uns sicher nicht langweilig.

Ehm ja, das wars eigentlich, wie weiter oben angeschnitten, hat das mit den Visa in letzter Minute geklappt und wir mussten nicht aus dem Land fliegen. Sonst, "tsy misy vaovao", nichts Neues...

Bis bald

Matthias

Donnerstag, 19. März 2009

Von Würmern und anderen Viechern

Oh Mann, dieser Eintrag wird so lang, den muss ich doch glatt in diverse Kapitel unterteilen. In Kürze (für diejenigen, die nur die Bilder anschauen :-): der Aufenthalt im Busch war grosse Klasse, die Arbeit hat mir gut getan und auch Spass gemacht und ausserdem habe ich viel Schönes erlebt.

Die Hinreise und meine Funktion als Übersetzer
Wir sind nicht direkt von Ivato nach Ampasinambo geflogen, da wir vorher in Fianarantsoa noch einen madagassischen Photographen abholen mussten. Oder ich sage besser, DEN madagassischen Photographen, weil er ist auch international ziemlich bekannt. Sein Name ist Pierrot Men und er ist ein Spezialist für schwarz-weiss Fotos. Hier ein Link für die Interessierten:

http://www.dakotaridgegallery.com/pierrotmen/index.htm

Es war nämlich so, dass ein Kamerateam von MAF England für eine Woche nach Madagaskar kam, um eine Reportage mit Interviews, Film und Bildern über die Arbeit der MAF hier in Madagaskar zu machen. Die MAF hat zu diesem Anlass Pierrot Men engagiert, um die Fotos zu schiessen. Wir flogen mit dem Flugzeug also zuerst nach Fianarantsoa, um ihn abzuholen, und dann weiter nach Marolambo, wo die MAF kürzlich eine Landebahn fertiggestellt hat. Dort kam dann noch ein Helikopter dazu, mit dem sie aus der Luft das MAF Flugzeug beim Start und bei der Landung gefilmt haben. Als sie damit fertig waren, sind wir mit dem Helikopter nach Ampasinambo geflogen (anders kommt man dort kaum hin, ausser man will eine Zweitagesreise von Marolambo in Kauf nehmen -> und darum baut die MAF dort eine Landebahn).

Dort wurden wir zuerst mal grossartig empfangen, es waren sehr viele Leute anwesend, um die Landung des Helikopters zu sehen. Dann ging es weiter mit Filmen und Interviews, bei denen ich als Übersetzer zum Zuge kam. Da Pierrot Men und ein Priester, mit dem wir ein Interview gemacht haben, nur madagassisch und französisch sprechen, und das Kamerateam aus England nur englisch, durfte ich sie den ganzen Tag über begleiten und die Fragen und Antworten übersetzen. Das war super. So hatte ich gleich am ersten Tag einen Einblick ins Dorf und Kontakt mit den Einwohnern.

Die Einwohner freuen sich extrem auf die Landebahn und können es kaum erwarten, bis wir endlich damit fertig sind (auf dem Weg vom Dorf zurück zum Camp habe ich mich mit einem älteren Herrn unterhalten, und er meinte nur "plus vite!"). Ihr müsst nämlich wissen, sobald die Landebahn mal da ist, wird auch anderen Organisationen die Einreise ins Dorf sehr vereinfacht. Die Einwohner erhoffen sich viel davon. Übrigens sprechen sie dort ein anderes Madagassisch als hier in Tana. Somit konnte ich mich noch schlechter verständigen als es sonst der Fall gewesen wäre :-) Ich dachte, dass alle Leute, ausser vielleicht die Kinder, französisch sprechen würden, aber da habe ich mich gründlich verschätzt! Da bleibt einem halt nichts anderes übrig, als das Wörterbuch aus der Tasche zu nehmen und zu versuchen, einigermassen verständliche Sätze herzustellen. Manchmal hat es geklappt und manchmal haben die Leute überhaupt nicht verstanden, was man sagen will. Aber auf jeden Fall habe ich ein bisschen was dazugelernt und vor allem auch die Sprache mehr angewendet als hier im Büro.

So sieht es im Dorf aus, staubige Wege und einfache Holzhütten.

Wenn ich gerade nicht mit Übersetzen beschäftigt war, habe ich mich mit Pierrot unterhalten, um etwas mehr über das Photographieren zu lernen. Er hat mir gesagt, dass man in Madagaskar - und vor allem in kleineren Dörfern wie Ampasinambo - keine Skrupel haben muss, Photos zu schiessen. Und wirklich, den Leuten macht es nichts aus, photographiert zu werden. Im Gegenteil, sie freuen sich, am meisten die Kinder. Aber mehr dazu weiter unten im Bericht.
Ausserdem hat er mir gesagt, wieso alle meine bisherigen Photos so hell sind. Es ist nämlich so, dass die Madagassen auf den Photos nicht gerne so dunkel erscheinen wollen und darum die Abzüge einfach heller machen. Verrückt, nicht? :-) Von nun an sende ich meine Filme nach Fianarantsoa in Pierrots Fotolabor, dort werde ich sicher bessere Abzüge erhalten. Wegen der Situation hier warte ich mit dem Versenden aber noch einen Moment, nicht dass mir die Filme noch abhanden kommen. Darum nehme ich für diesen Eintrag einige Bilder meiner Kollegen - es gibt tatsächlich Leute mit Digitalkameras - und zeige euch meine Bilder ein anderes mal.



Ein ganz normaler Arbeitstag
So um 5:30 haben die ersten Hähne angefangen zu krähen und um ca. 6:00 haben im Dorf die Glocken angefangen zu läuten. Dann hiess es aufstehen, frühstücken und so um 7:00 haben wir langsam angefangen, die Maschinen zu ölen und Benzin nachzufüllen. Um 7:30 haben wir dann mit der Arbeit angefangen und durchgearbeitet bis um 12:00. Die Landepiste muss natürlich ziemlich flach sein und deshalb mussten wir an einigen Stellen mit einem kleinen Bagger Erde abtragen, um damit andere Stellen aufzufüllen. Von Zeit zu Zeit mussten wir mit dem Niviliergerät nachmessen, wie viel tiefer oder höher wir noch gehen können. Ich habe freiwillig auf die Arbeit mit einem der Bagger verzichtet und entweder die Erde flachgerecht oder mit dem Kompakter die Erde festgestampft - schliesslich wollte ich ja etwas für meine Fitness tun.

Hier während dem Arbeiten: auf der einen Seite der Landebahn wird Erde abgetragen und in die andere Seite reingeschüttet.


Am Schluss und von oben hat das dann so ausgesehen.

Am ersten Tag war das ein ziemlicher Krampf, weil ich alleine die ganze Erde flachrechen musste, die der Bagger brachte. Ausserdem hat er einfach alles auf einen Haufen geschüttet und ich musste das dann schön verteilen. Dann habe ich ihm vorgeschlagen, die Haufen mit der Schaufel ein wenig flachzudrücken. Das hat mir enorm viel Energie und uns allen Zeit gespart. Nach ein paar Tagen waren wir aber meistens zwei und am Schluss sogar drei Leute zum Rechen, dann hatten wir schon fast zu wenig zu tun. Ausserdem, so nach zwei Wochen wird das Rechen langsam ein wenig langweilig, darum bin ich nicht unbedingt unglücklich, wieder ins Büro zu kommen und etwas anderes zu machen. Aber ich hoffe doch sehr, dass ich in ein paar Wochen wieder mal in den Busch kann, um weiter an der Landebahn zu arbeiten.


Von 12:00 - 13:30 hatten wir Mittagspause. Die MAF hat zwei Dorfbewohnerinnen als Köchinnen angestellt, die jeweils das Mittag- und Abendessen für uns zubereitet haben. Es war immer sehr gut. Es gab halt immer Reis mit verschiedenen Beilagen, unter anderem: Aal, Schrimps, Fisch, Gemüse, Poulet, etc. Zum Nachtisch gab es meistens Ananas, wenn sie im Dorf welche hatten. Die Leute dort haben fast nichts, das meiste Gemüse zum Beispiel mussten wir selber mitnehmen. Dafür haben sie mehr als genug Bananen, an denen hat es uns nie gemangelt.
Am Nachmittag haben wir dann bis um 17:00 gearbeitet und danach ein Bad im Fluss genommen. Dazu mussten wir zuerst durch einen "dreckigen" Flussteil schwimmen - in dem es übrigens ein Krokodil haben soll, aber gesehen habe ich nie eines - um uns dann in einem sauberen Teil zu waschen. Am Schluss haben wir uns aber gesagt, da wir ja sowieso durch denn dreckigen Fluss schwimmen müssen - gut, wir hätten auch das Boot nehmen können, aber das geht dann noch länger - können wir uns ja genau so gut im dreckigen Teil waschen. Tja, ich denke im Busch wird man mit der Zeit je länger je unkomplizierter...
Danach haben wir gegessen, ein bisschen gelesen oder geredet, unseren Chef per Satellitentelephon angerufen, um den Stand der Dinge durchzugeben und schliesslich so um 20:00 - oder ein ungerades mal, wenn es ganz spät wurde um 21:00 :-) - haben wir uns in unsere Zelte verkrochen. Wir hatten nämlich ein Zeltlager direkt neben der zukünftigen Landebahn.

Sonntag ist Ruhetag
Gearbeitet haben wir von Montag bis Samstag. Am Samstag allerdings nur bis um 16:00, und am ersten Samstag haben wir sogar den ganzen Nachmittag frei genommen, um zu einem Wasserfall zu gehen und ein bisschen zu schwimmen. Danach haben der eine Kollege und ich noch ein wenig Fussball gespielt mit einigen Jungs vom Dorf, die etwa gleich alt waren wie wir.


Am Sonntag bin ich mit einem Kollegen ins Dorf - er wollte eine Ananas kaufen und ich Photos schiessen. Am Anfang waren die Kinder ein bisschen scheu, und auch ich musste mich ein wenig überwinden, um einfach so Photos zu machen. Dann habe ich aber meine Kamera einem kleinen Jungen gegeben und ihn ein Photo schiessen lassen. Das hat irgendwie den Knoten gelöst und plötzlich war ich umzingelt von Kindern und auch älteren Leuten und konnte nach Herzenslust losknippsen. Ich bin wirklich sehr gespannt auf die Resultate und hoffe, dass auch ein paar wirklich gute Bilder dabei sind.

Hier hatte ich die Kamera eines Kollegen. Die Kinder haben sich immer sehr gefreut, sich auf den Photos zu betrachten.




Während dem Photographieren habe ich ein paar der Typen getroffen, mit denen wir am vorigen Tag Fussball gespielt haben, und haben wieder abgemacht für ein Spiel am Nachmittag. Diesmal kam die eine Kollegin mit. Es war super, die Jungs haben extra das halbe Fussballfeld von Hand gemäht, damit wir dort spielen konnten.
Am Abend haben wir ein Lagerfeuer gemacht und Marshmallows geschmolzen - im gesamten waren wir fünf Leute, drei davon Amis, man muss sich darum nicht wundern :-). Stellt euch vor, die nehmen einen Keks, streichen die geschmolzenen Marshmallows drauf, darauf noch Schokolade und Erdnussbutter und wieder einen Keks - soviel zur amerikanischen Fresskultur... Ein anderes mal haben wir Popcorn gemacht, natürlich auch über dem Feuer. War eine schöne Zeltlagerstimmung dort. Ganz zu schweigen vom Sternenhimmel, den man ohne störendes Licht betrachten konnte. Oder auch wenn es geregnet hat war es schön gemütlich im (wasserdichten :-) Zelt.

Fauna und Flora
Zur Flora kann ich nicht sehr viel sagen, es ist halt alles grün rundherum, mit Bananenbäumen und sonstigen Pflanzen.
Das war auf einem Hügel neben dem Camp. Unten vor dem Fluss, aber weiter rechts vom Bild ist unser Lager.

Betreffend Fauna, es hatte ziemlich viele Chamäleons und Frösche und sehr mühsame Ameisen, die immer gerne unseren Tisch übersiedelt haben.


Vier mal habe ich eine Schlange gesehen, einmal wäre ich beinahe barfuss auf eine getreten. Zum Glück gibt es hier keine Giftschlangen, das beruhigt doch sehr. Auch Riesenschnecken oder verschiedene Arten von Eidechsen waren in unserem Camp anzutreffen. Einige der Echsen konnte man sehr gut in die Hände nehmen, die hatten keine Angst.


Abenteuerliche Rückreise mit einem ehemaligen Kampfhubschrauberpilot
Der krönende Abschluss dieses zweiwöchigen Trips war der Rückflug nach Ivato. Der Pilot war früher mal beim französischen Militär, dementsprechend sein Flugstil. Es war wirklich sehr abwechslungsreich und unterhaltend, tief über Flüsse oder Reisfelder zu fliegen. Also ein alles andere als langweiliger Rückflug.


Und noch ein Photo zum Abschluss. Links von mir mein deutscher Kollege Tilman und rechts die drei Amis Mat, Erin und Keith

Die Situation hier in Madagaskar und wie es weitergehen könnte
Wahrscheinlich haben die meisten von euch die letzten zwei Wochen mehr über die Situation hier mitbekommen als ich selbst (gesetzt den Fall, dass die Nachrichten in der Heimat korrekt sind). Ich denke, im Moment ist alles wieder mehr oder weniger ruhig. Die MAF hat allerdings ein anderes Problem, nämlich folgendes: die MAF ist eine NGO, also eine nichtstaatliche Organisation. Um aber in einem Land als solche anerkannt zu werden, braucht es ein Abkommen. Jetzt ratet mal, wann das Abkommen von MAF-Madagaskar abläuft. Nächste Woche. Da die Situation hier sagen wir mal eher instabil ist und die Ministerien auch nicht so genau wissen was läuft, ist es noch nicht so sicher, ob wir dieses Abkommen frühzeitig verlängern können. Falls das nicht möglich ist, würde das bedeuten, dass alle ausländischen Mitarbeiter der MAF (und ich bin einer davon), ihr Visum nicht verlängern könnten. Da alle Visa Ende März ablaufen, würde dies weiter bedeuten, dass wir das Land vorher verlassen müssten. Nun gibt es drei mögliche Szenarien:
  • falls wir die Visa bis am Montag, 23. März am Mittag haben ist alles OK und wir bleiben hier
  • falls wir die Visa nicht haben und es auch nicht danach aussieht, als ob wir sie frühzeitig bekommen würden, fliegen wir (mit einem öffentlichen Flug) für einige Zeit nach Südafrika
  • falls wir die Visa noch nicht haben, aber die Chance gross ist, sie noch vor dem 30. März erneuert zu bekommen, bleiben wir im Land. Sollte sich dann herausstellen, dass es mit den Visa doch nichts wird, fliegen wir mit den MAF Flugzeugen nach Mayotte. Das ist eine Insel nordwestlich von Madagaskar und geographisch gehört sie zu den Komoren. Die Insel ist aber ein Übersee-Territorium Frankreichs (siehe Wikipedia :-) und ist anscheinen sehr teuer, obwohl die Leute dort ziemlich arm sind. Wir würden darum nicht lange dort bleiben, sondern von dort aus mit einem öffentlichen Flug in ein anderes Land fliegen.
Ihr seht, die MAF sorgt gut für uns vor. Und mal ehrlich, so ein kleiner Abstecher nach Südafrika oder Mayotte wäre doch eine tolle Sache, oder etwa nicht?! :-) Nächste Woche wissen wir mehr, aber bis jetzt sieht es so aus, als ob wir die Visa bekommen sollten.

Die Sache mit den Würmern...
So, das wars wieder mal. In den nächsten Tagen und Wochen wird sich zeigen, ob ich mir in Ampasinambo irgendwelche Parasiten oder Malaria eingefangen habe. Ich hoffe mal nicht :-).

Bis dann

Matthias

Montag, 23. Februar 2009

Sendepause und Funkstille

Wie ihr wahrscheinlich wisst, gehts nächsten Montag ab in den Busch. Es herrscht auf dem Blog also für etwa drei Wochen Sendepause. Da man mit dem Natel keinen Empfang hat in Ampasinambo, kommt noch eine Funkstille dazu (nicht dass ich viele SMS oder so erhalten hätte seit ich hier bin, aber nur dass es gesagt ist :-).

In Mantasoa war es super! Leider hat es fast die ganze Zeit geregnet, also nicht unbedingt die idealsten Wetterverhältnisse für ein Wochendende am See. Wir haben es uns aber trotzdem nicht nehmen lassen, Wasserski und Wakeboard zu fahren. Jakob hat ein Boot mit einem 110PS Motor, das etwa 65km/h schnell fährt. War echt spassig. Ein unangenehmer Nebeneffekt ist der Benzinverbrauch. Das Benzin war pro Person genau so teuer wie die zwei Übernachtungen, das ganze Essen und ein - für die hiesigen Verhältnisse teurer - Restaurantbesuch zusammen. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Wegen dem Wetter habe ich dort nur gerade ein einziges Photo gemacht. Um euch aber trotzdem endlich wieder einmal ein paar Bilder zeigen zu können, habe ich noch ein paar Photos aus unserer näheren Umgebung geschossen.

Leider sind die Bilder ziemlich enttäuschend, dies kann mehrere Gründe haben:
  • Meine eigene Unfähigkeit: eventuell habe ich bei einigen Bildern falsche Einstellungen vorgenommen. Da aber bei meiner Kamera fast alles automatisch ist, sollte dies eigentlich nicht passieren. Grösser ist das Problem, dass ich so meine Skrupel habe, um Leute zu photografieren. Man kann ja nicht einfach wie ein schamloser Tourist vor die Person stehen und ein Photo machen - ich auf jeden Fall kann das nicht. Darum verwende ich halt oft die "Aus-Der-Hüfte-Methode". Der Nachteil ist, dass nicht immer das auf dem Bild erscheint, was man gerne möchte.
  • Allerdings habe ich auch schwer den Eindruck, dass nicht ALLES mein Fehler ist. Die Farben auf den Photos sind gar nicht überzeugend, d.h. alles ist zu hell, fast wie ein weisser Schleier darüber wäre, der die Farben verblassen lässt. Ausserdem sind die weissen Flächen viel zu grell, wie wenn das Photo überbelichtet wäre (was gemäss den Negativen nicht der Fall sein sollte). Mir scheint, als ob sie das mit dem Entwickeln und Abzüge machen hier nicht so im Griff hätten wie bei uns.
Langer Rede kurzer Sinn, was ich sagen möchte ist, dass ich mir wieder mal ein anderes Photogeschäft suchen muss. Respektive habe ich es schon gefunden und muss es noch ausprobieren. Allerdings ist dies in Tana, das heisst ein längerer Weg für mich und längere Wartezeiten für euch, bis ihr die Photos sehen könnt. Nun habe ich AGFA und FUJIFILM ausprobiert und meine Reaktionen waren von unzufrieden bis nicht begeistert. Jetzt kommt KODAK an die Reihe. Wenn ich da auch nicht zufrieden bin, werde ich hier keine Photos mehr entwickeln lassen, sondern warten bis ich zurück bin (denn ich bin mir nicht sicher, ob sie mir die Negative jeweils auch verbockt haben, was gravierend wäre -> wie nennt man das schon wieder? Ach ja, das wäre dann das Lehrgeld, das ich bezahlt hätte :-). Dann müsste ich halt schweren Herzens doch noch eine Digitalkamera mit mir herumschleppen, damit ich euch mit Photos versorgen kann.

Aber genug geschrieben, seht selbst:



Die oberen fünf Bilder habe ich aus dem Flugzeug gemacht, als wir von Tana nach Tuléar und dann weiter nach Fort Dauphin geflogen sind. Wie man beim letzten sieht, kann man hier in Madagaskar sehr gut Badeferien machen :-)


Voilà, hier das einzige Bild aus Lac Mantasoa. Ich werde sicher irgendwann nochmal dorthin gehen, dann werden noch ein paar Bilder dazukommen.

Dies ist mein Arbeitsplatz. Allerdings sieht man mein Büro von hier aus nicht, es ist hinten links im Hangar versteckt.

Und noch fünf Bilder von bei uns im Dorf. Ich habe sie aus der Hüfte geschossen, dementsprechend die Resultate...

So, das wars für die nächsten drei Wochen. Wenn mir noch jemand etwas mitteilen will, ich bin bis am Freitag 14:00 schweizer Zeit über E-Mail oder Blog erreichbar.

Ciao, bis dann.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Verlängertes Wochenende

So, Zeit für einen Eintrag, bevor ich ins verlängerte Wochenende gehe :-) Wir (mein Chef Jakob, zwei Arbeitskollegen und ich) fahren morgen Nachmittag nach Mantasoa, dort hat es einen See, der kreativerweise Lac Mantasoa genannt wird. Dieser Ort ist etwa 35 km (Luftlinie, über die Strasse ca. 55 km) von Tana entfernt, wie ihr auf den unten stehenden Karten NICHT sehen könnt (die Skala ist nicht angegeben, müsst mir halt einfach glauben :-).


Und weils so schön ist, grad noch mal im Detail:


Wenn man noch die 20 km von unserem Zuhause bis nach Tana dazurechnet, macht das dann 75 km. Wer jetzt denkt: "Oh, nicht schlecht, ein See in der Nähe, da kann man an einem schönen Sonntag in einer Stunde schnell mal hinfahren", der irrt sich gewaltig! Hier geht alles viel langsamer. Da wir vor dem Dunkelwerden da sein wollen und da die "Reise" gut gerechnet etwa 2-3 Stunden dauert, fahren wir schon um 14:00 los. Ja, das ist doch recht erstaunlich hier: man denkt, so weit ist das ja gar nicht, und trotzdem braucht man für eine Strecke viel länger als bei uns zu Hause. Die Strassen sind halt nicht überall gut...

Sonst gibts nicht so viel zu erzählen, ausser dass letzte Woche noch Adam zurückgekommen ist. Das ist ein Australier, der mit seiner Frau im Moment in Australien lebt, weil sie ein Kind erwartet. Er ist jetzt im gesamten 3 Wochen hier, um den Service an den Flugzeugen zu machen (es sind übrigens beides Cessna Flugzeuge, die wir hier haben). Ich erwähne seine Rückkehr deshalb, weil er der Mieter des Hauses ist, in dem wir wohnen. Wir sind jetzt im Moment also zu viert im Haus. Ich freue mich schon, wenn sie dann im September mit dem Kind zurückkommen.

Nächste Woche werde ich wieder Fotos - einige, die ich aus dem Flugzeug gemacht habe und diejenigen, die ich dieses Wochenende machen werde - hochladen, bevor dann für 16 Tage Sendepause ist. Ich muss halt immer zuerst den Film füllen, bis es neue Fotos gibt, darum habt ein bisschen Geduld. Dafür halte ich euch mit schönen Karten über meine Reisen auf dem Laufenden :-)

Ich würde mal meinen, das wars für heut.

Also, machts gut und bis nächste Woche.

Freitag, 13. Februar 2009

Zu früh gefreut

Tja, kaum beschwert man sich, dass alles viel zu ruhig ist, da krawallt es gleich wieder. Das Mühsame an der ganzen Sache ist, dass wir im Moment grundsätzlich nicht nach Tana dürfen. Das heisst konkret, dass für uns der Ausgang am Wochenende eher ruhig verläuft (also wir bleiben daheim...) :-( und dass es schwer ist, Ausflüge zu machen. Denn die öffentlichen Verkehrsmittel (die Taxi-B) laufen alle über Antananarivo. So sitzen wir also in unserer näheren Umgebung fest. Das ist ja nicht so tragisch, aber ich hoffe doch schon, dass sich die Situation hier wieder soweit beruhigt, dass auch mal ein ein- oder zweitägiger Wochenendausflug irgendwohin drinliegen würde.

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten. Und zwar werde ich am 2. März für 16 Tage in den Busch gehen (ein paar wissen das schon). Die "Reise" geht nach Ampasinambo (gelber Punkt auf meiner berühmten Madagaskar-Ausflugs-Karte). Dort werden wir an einer Landebahn für Flugzeuge arbeiten. Da es logischerweise im Moment für Flugzeuge noch unmöglich ist zu landen, fliegen wir im Helikopter dorthin - mein erster Heliflug, ich freu mich schon! Überhaupt freue ich mich wahnsinnig auf diese Erfahrung. Einerseits wird es mir sicher gut tun, mal aus dem Bürosessel rauszukommen und körperlich anzupacken. Vorallem aber freue ich mich auf den Kontakt mit der Bevölkerung. Wir werden dort ja in diesem Dorf leben, wenns gut geht unter einem Dach und sonst im Zelt. Dann werde ich auch sehen, ob mein madagassich-büffeln gefruchtet hat oder nicht :-)

Tja, sonst gibts eigentlich nicht viel Neues zu erzählen. Da unser Bewegungsradius recht eingeschränkt ist und ich durch die Woche arbeite, hat sich eine gewisse Routine eingependelt. Aber wartet nur, bis wir uns wieder frei bewegen können, dann gehts rund! Und nach dem Busch-Trip gibts sicher auch viel zu berichten und zu zeigen (jaja ich weiss, ein paar Photos wären mal wieder fällig. Aber lasst mir Zeit, ich bin hier kein Tourist der mit durchgedrücktem Auslöser durch die Gegend läuft).

Also, bis bald, und wie gesagt, bei Fragen hat es in meiner Mailbox viiieeel Platz :-)

Freitag, 6. Februar 2009

Unspektakuläre Woche

Ein Bürgerkrieg ist nicht ausgebrochen, Hotels oder Flugzeuge wurden keine angezündet, auf der Arbeit gab es keinerlei grössere Probleme, mitgeflogen bin ich diese Woche für einmal nicht - ich bin fast genötigt zu sagen, dass dies eine langweilige Woche war. Aber nein, es gab immer irgend etwas kleines zu tun und so geht die Zeit schnell vorbei. Und in meiner freien Arbeitszeit - nicht zu verwechseln mit der arbeitsfreien Zeit - kann ich mich ganz gut selbst beschäftigen.

Die Unruhen sind wie gesagt vorüber und die Läden wieder offen. Es ist einfach ein bisschen mühsam, um an Milchprodukte zu kommen. Joghurts zum Beispiel gab es diese Woche gar keine, die Milch war auf zwei Liter pro Einkauf beschränkt und die Preise sind natürlich für gewisse Produkte ein bisschen höher als üblich. Was auch sehr mühsam ist, ist die Sperrstunde, immer von 20:00 bis 05:00. Dann ist es nicht so praktisch, am Abend zu jemandem zu gehen, weil man immer rechtzeitig wieder zurück muss. Allerdings habe ich gehört dass die Sperrstunde am 10. Februar wieder aufgehoben wird - hoffen wir das Beste.

Letzten Samstag Vormittag waren wir ein bisschen am Sport treiben. Wir haben Volley- und Fussball gespielt, so ca. von 08:00 bis 11:30. Ist zwar ziemlich früh für einen Samstag Morgen, aber das ist die einzige Zeit, in der die Temperaturen auszuhalten sind. Auf jeden Fall gehe ich morgen wieder dorthin, denn das Fussballspielen hat mir in letzter Zeit schon gefehlt.

Tja, dies war ein eher kurzer Eintrag, aber wenn nicht viel passiert, kann man auch nicht viel erzählen. Bei Fragen ist es ja möglich, einen Kommentar oder eine E-Mail zu schreiben. An dieser Stelle ein Dankeschön an alle, die mir dann und wann etwas schreiben. Damit bleibe ich über das was zu Hause läuft ein bisschen auf dem Laufenden und schlussendlich verkürzt es auch meinen Arbeitstag :-).

So, schönes Wochenende

Dienstag, 3. Februar 2009

Endlich, die ersten Fotos

So, nun hat es geklappt mit den Fotos. Bevor ich aber dazu komme, zuerst noch ein "Lagebericht": die Situation hier hat sich absolut beruhigt. Der Major von Tana wollte die Präsidentschaft übernehmen, aber der Präsident war damit nicht so einverstanden. Jetzt suchen sie den Major, um ihn verhaften zu können. Also voilà, heute lasse ich mal die Bilder für mich sprechen:

Mein edles Zimmer

Nun drei Bilder aus Antsirabe mit den berühmten "Pousse-pousse". Die zwei ersten Bilder habe ich aus der Hüfte geschossen, wenn sie also nicht so gut sind, sorry:






Und nun drei Bilder bei uns im Garten, mit einem kleinen Chamäleon:




Nächstes mal kommen dann unter anderem Bilder, die ich aus dem Flugzeug geschossen habe, damit ihr auch die Landschaft(en) sehen könnt.

Bis dann

Matthias

Mittwoch, 28. Januar 2009

Mora mora

Hallöchen,

Wer etwas über die Unruhen wissen will, kann die Kommentare des letzten Eintrages lesen. Im Moment kann niemand sagen, wie es weitergeht. Das wird sich wahrscheinlich dieses Wochenende zeigen. Aber bitte keine Fragen mehr, ich weiss auch nichts, nur dass es bei unserer Seite der Stadt ruhig ist.

So, jetzt zu den "Nicht-die-mühsamen-Unruhen" betreffenden Dingen. Der Titel dieses Eintrages wird "Mura-murr" ausgesprochen und das heisst so viel wie "Nur mit der Ruhe", oder "Langsam, langsam", oder "Nur Geduld". Genau, denn Geduld muss man hier haben, das kann ich euch sagen. Und ihr müsst euch deshalb noch auf die ersten Fotos gedulden und euch mit meinen Texten zufrieden geben. Ich war also im Fotogeschäft, um den Film entwickeln zu lassen und einen Abzug von jedem Foto zu bekommen. Die Negative sind zum Glück in Ordnung, aber ihr könnt euch nicht vorstellen, was sie mit den Fotos zustande gebracht haben. Erstens sind von den 36 nur gerade mal 21 gemacht worden. Das wäre ja eines, aber jetzt kommt der Hammer: stellt euch vor, man nehme ein Foto von der Grösse 15x10cm und vergrössert es auf 45x30cm. Dann unterteilt man dieses Foto in drei Kolonnen und drei Zeilen. Dann hat man neun Fotos von der Grösse 15x10cm. Dann nimmt man das mittlere Foto und gibt es dem Kunden. Dann schaut der Kunde die Fotos an und denkt: "Ich bin ja sicher kein Profifotograph, aber habe ich wirklich SO schlechte Fotos geschossen?". Zum Glück habe ich dann rausgefunden, dass die Antwort darauf "Nein" ist. Tja, DIES ist eben auch Madagaskar! Mal schauen ob ich mein Geld zurück kriege.

So, jetzt aber zu den unter anderem erfreulichen Dingen, die ich seit dem vorletzten Eintrag erlebt habe:

Letzten Freitag war ich bereits auf meinem zweiten Flug mit der MAF. Mein Chef hat mir am Donnerstag Nachmittag mitgeteilt, dass alle Freiwilligen Arbeiter mit auf den Flug kommen können ("Ein bisschen Ferienstimmung muss ja schliesslich auch sein", hat er gemeint). Die Piloten mussten ein paar Übungen absolvieren, darum hatte es so viele freie Plätze. Wir waren also in Antsirabe, das ist ein grösseres Dorf - oder ein kleines Städtchen - etwa 170km südsüdwestlich von Tana. Dort hatten wir dann ein wenig Zeit, rumzuschlendern, während die Piloten ihr Training absolvierten. Dabei habe ich auch das eine oder andere Foto geschossen, wie gesagt kann ich aber leider noch keines davon zeigen. Ich habe mal probiert, sie aus der Hüfte zu schiessen, damit die Leute nicht merken, dass sie fotographiert werden und deshalb natürlich bleiben. Wie ich aus den Negativen herausgesehen habe, war das nicht so eine phänomenale Idee, ich werde das also für nächstes Mal eher sein lassen :-)

In Antsirabe hat es sehr viele von diesen Rikschas ("Pousse-pousse" genannt). Da im Moment nicht so viele Touristen da sind, haben diese Arbeiter nicht viel zu tun. Darum sind sie uns auch eine Stunde gefolgt, bevor sie uns wieder zum Treffpunkt zurückbuxieren konnten. Es wollten uns auch viele Einheimische etwas verkaufen, so kommt man recht schnell mit ihnen ins Gespräch. Das ist interessant und macht Spass.

Am Nachmittag ist dann ein neuseeländischer Kollege wieder nach Hause geflogen. Wir waren also mit ihm am Flughafen und haben noch ein Abschiedsbierchen getrunken. Dann am Abend eines der Highlights: wir waren bei einem anderen Arbeitskollegen eingeladen und haben "Die Siedler von Catan" gespielt. Ich kann also sogar hier spielen! Leider heisst Erz auf englisch Ore, aber man kanns auch ein bisschen gedehnt aussprechen: "OOOAAAAARRR" (diejenigen die schon mit mir gespielt haben, wissen was ich meine :-). Sonst ist am Wochenende nicht mehr sehr viel passiert. Wir haben noch einen Grill organisiert um anständige BBQs zu machen. Für drei Kilo Fleisch bezahlt man so 8-9 CHF, man kann also jeden Tag deftigst reinhauen wenn man will :-)

Dann am Montag haben leider diese Unruhen angefangen. Der Mob hat in der Stadt Läden geplündert und Sachen angezündet. Dann hat es mal geheissen, dass die Leute ein Hotel vom Präsidenten niederbrennen und vielleicht auch die Flugzeuge in die Luft jagen wollen. Da unser Hangar direkt neben dem des Präsidenten ist, war es besser, am Nachmittag ein wenig früher Feierabend zu machen und nach Hause zu gehen. Es ist aber dann schlussendlich nichts von beidem passiert. Am Dienstag und Mittwoch mussten wir dann zu Hause bleiben, wir waren also Gefangene in unserem eigenen Haus. War schon mühsam.

Überraschenderweise hat mein Chef mir am Mittwoch Nachmittag angerufen und gefragt, ob ich am Donnerstag Lust auf einen langen Flug hätte. Was für eine Frage! Wir waren im Südwesten der Insel, in Tuléar (Toliara auf madagassisch), um zwei Frauen abzuholen. Anscheinend gab es dort unten auch Plünderungen und Tote und sie hatten die Hosen voll. Wir mussten sie also nach Ford Dauphin fliegen, das ist noch weiter südlich, aber an der Ostküste. Dort wurden wir von zwei Deutschen, die dort leben, zu einem spektakulären Mittagessen eingeladen. Danach sind wir wieder nach Tana zurückgeflogen. War also wieder einmal ein herrlicher Tag. Ich habe auch einige Fotos gemacht die ich hoffentlich mal zeigen kann. Jetzt habe ich schon einiges gesehen bei diesen drei Flügen in den drei Wochen die ich hier bin. Wenn ich diesen Schnitt halten kann - ein Flug pro Woche - werde ich ziemlich viel rumkommen (wird aber wahrscheinlich nicht der Fall sein, wäre ja übertrieben :-).

Ich habe mir gedacht, wenn ich schon keine Fotos zeigen kann, dann wenigstens eine Karte, wo die Orte eingezeichnet sind, welche ich schon besucht habe. Also hier die Karte:


Rot ist dort wo ich arbeite, blau die Orte, die ich letzte Woche besucht habe - Besalampy und Antsirabe - und schlussendlich die grünen Markierungen für die Orte, wo wir gestern waren.

Ja nun, und heute ist wieder arbeiten angesagt. Das wars schon, bis zum nächsten mal.

Matthias

Bericht zur Beruhigung wegen den Unruhen

Hey,

Vorhin habe ich einen Artikel auf 20min gefunden:

http://www.20min.ch/news/ausland/story/18462843

Und bevor jemand diesen Artikel liest oder etwas im Fernsehen sieht und sich Sorgen um mich macht (könnte ja sein), schreibe ich direkt einen "Beruhigungseintrag". Wir sind nicht wirklich betroffen von den Unruhen, da wir etwa 20km ausserhalb der Stadt wohnen. Es ist eher einfach mühsam, da man nicht überall mehr einkaufen kann und z. B. nur schwer an Milch und Joghurts kommt. Jetzt wird aber das Militär eingesetzt und wir hoffen, dass sich die Lage dadurch beruhigt. Jetzt wo ich schon mal hier bin würde es mich ehrlich gesagt ärgern, wenn ich vorzeitig nach Hause müsste :-) Aber soweit ist es ja nicht...

Eigentlich wollte ich gestern die Fotos abholen, die ich habe entwickeln lassen. Leider hat sich alles wegen der momentanen Lage ein wenig verzögert. Ich hoffe, dass ich sie heute oder morgen holen kann, damit ich dann meinen nächsten Eintrag mit ein paar Fotos schmücken kann (vorausgesetzt, sie lassen sich sehen, da ich sie aus der Hüfte geschossen habe, damit die Leute nicht merken, dass sie fotografiert werden).

Aber ja, das wars für heute. Mehr im nächsten Eintrag.

Ciao

Donnerstag, 22. Januar 2009

Mein erster Flug

Yeah, mit dem Flug hat es dann unerwarteterweise doch noch geklappt. Zu Hilfe kam mir das schlechte Wetter. Der für am Morgen geplante Flug wurde abgesagt. Einer unserer Piloten musste dann allerdings am Nachmittag (leer) dorthin fliegen, um vier Leute abzuholen. Dann hat er mich freundlicherweise gefragt, ob ich Zeit hätte... Natürlich hatte ich Zeit! Wir sind dann also nach Besalampy geflogen. Das ist ein Dorf nordwestlich von Tana, ca. 400km entfernt, etwa 3 Meilen von der Küste. Dieses Dorf ist nur per Flugzeug erreichbar. Es hat zwar ein paar Strassen (oder besser gesagt Pfade), aber ich bezweifle stark, dass diese im Moment befahrbar sind. Es hat die letzten Tage stark geregnet und ein Fluss ist dort über die Ufer getreten.
Ich hatte also einen recht gemütlichen Nachmittag. Das Wetter war zwar alles andere als schön, aber wenn wir tief genug geflogen sind, hatte man trotzdem einen sehr guten Blick auf die Landschaft. Es war wunderschön! Leider hatte ich meinen Photoapparat nicht dabei, es wird von diesem Flug also keine Photos geben. Aber es war sicher nicht das letzte Mal, dass ich mitgeflogen bin :-).

Letzten Freitag waren wir in Tana im Ausgang. Es war recht cool, allerdings mit ein paar Wermutstropfen. Während wir es uns in den Bars und Clubs gutgehen liessen, waren kleine Kinder draussen am betteln. Das ist dann schon sehr traurig, aber leider gang und gäbe hier. Geld sollte man ihnen keines geben, da sie dies sowieso wieder abgeben müssen.
Als wir dann nach Hause wollten, wurden wir etwa eine halbe Stunde von der Polizei aufgehalten, weil die unsere Pässe kontrollieren wollten. Da jemand zur Sicherheit nur eine Kopie seines Passes dabei hatte, wollten die Bullen halt ein bisschen Geld, um uns ziehen zu lassen. Wir blieben aber hart und gaben ihnen nichts, dann haben sie uns schlussendlich doch noch gehen lassen.

Am Samstag waren wir dann wieder in Tana zum Essen. Wir waren so in einem Ami-Restaurant. Das Essen war zwar sehr gut, es hat mir aber nicht so gefallen dort. Es war so ein typisches Restaurant für Touristen, wo gar keine Einheimischen hingehen (ausser die, die arbeiten). Ich sage mir, wenn man schon nach Madagaskar geht, dann soll man halt auf Burger verzichten... Aber jetzt weiss ich es ja und gehe nicht mehr dorthin :-)
Wir waren dann eine Bande von ca. 10 jungen weissen Leuten, als wir so durch die Strassen marschierten. Dann habe ich einen älteren Herrn mit einem kleinen Kind gesehen. Der Mann hat auf uns gezeigt, wie dem Kind zu sagen: "Schau mal, alle diese Wasa" ("Wasa" = Fremder/Weisser). Es ist wahrscheinlich nicht alltäglich, so viele junge weisse auf einem Haufen zu sehen :-). Auf jeden Fall bin ich zu ihnen hin, habe sie auf madagassich begrüsst, dem Kind die Hand geschüttelt und adieu gesagt. Der Mann hatte sichtlich Freude. Das sind dann so die schönen Momente wo man denkt, "Wow, cool bin ich hier".
Es gibt aber auch unschöne Momente, so wie dem einen Kollegen, dem das Notebook gestohlen wurde, und zwar aus der Wohnung! Er war kurz draussen und hat die Türe nicht geschlossen. Als er zurückkam, sah er jemanden wegrennen. Das ist dann schon Mühsam mit der Polizei und den Rapporten und allem. Mir ist zum Glück noch nichts derartiges passiert. Aber ein Jahr ist lange und solche Momente werden vielleicht schon noch kommen. Man muss halt ein bisschen aufpassen...

Ja bon, das wärs für heute. Bis bald.

Matthias

PS: Ich freue mich noch immer über Meldungen von zu Hause :-)

Freitag, 16. Januar 2009

Nur noch...

... 51 Wochen, dann komme ich schon wieder nach Hause :-)

Die 1. Woche wäre hiermit überstanden. Seit dem letzten Eintrag hat sich nicht viel getan, ausser dass ich vergessen habe zu erwähnen, dass wir zu Hause auch zwei Hunde haben. In dem Haus wohnt noch eine Ehepaar, das im Moment nicht hier ist. Darum müssen wir uns um die Hunde kümmern. Wir haben uns auch schon gedacht, eventuell ein paar Hühner zuzulegen, damit wir immer frische Eier haben und dann mal ein Poulet grillen können :-)

Für diejenigen, die meine Adresse wollen, um etwas zu schicken (nicht dass jemand muss...):

MAF Madagascar
BP 132
Ivato Aéroport
Antananarivo 105

Ich denke es ist am besten, wenn ich die Adresse des Arbeitsplatzes angebe. Die genaue Adresse des Hauses habe ich gar nicht (resp. bin mir nicht ganz sicher).

Wie schon angetönt werde ich meinen Einsatz verlängern. Dies sollte eigentlich kein Problem sein. Das bedeutet also, dass ich Anfang Januar nächsten Jahres nach Hause zurückkehren werde.
Ich hatte gehofft, dass ich nächste Woche mit dem Flugzeug mit an die Westküste mitfliegen kann. Leider sieht es so aus als wäre der Flug ausgebucht. Aber es werden sich schon noch Gelegenheiten ergeben. Es ist eigentlich recht locker - wenn Plätze frei sind, ist es eigentlich immer möglich mitzufliegen. So kann ich hoffentlich die ganze Insel ein wenig zu Gesicht bekommen. Übrigens, so ab September wäre eine gute Zeit, um mich zu besuchen :-) Oktober sei sogar ein sehr schöner Monat hier. Und November, Dezember sind sehr warm.

So, ich melde mich nächste Woche wieder und gehe nun ins Wochenende. Freue mich auf Nachrichten von zu Hause.

Bye

Dienstag, 13. Januar 2009

Lebenszeichen aus Madagaskar

Ciao zäme,

Für diejenigen, die es noch nicht wissen: ich bin hier unten gut angekommen. Vor und während der Reise hatte ich schon ein SEHR mulmiges Gefühl, da ich nicht genau wusste was mich denn erwartet. Aber alle Befürchtungen waren umsonst. Da noch ein anderer Zivi hier unten ist habe ich durch ihn schon viele nette Leute kennen gelernt und auch die Gegend schon ein wenig gesehen.

Am Samstag waren wir in der Hauptstadt Antananarivo (oder kurz Tana). Schon nur die Reise dorthin ist ein Erlebnis. Dorthin verkehren sogenannte Taxi-B, das sind alte Renault- oder Merzedes-Busse mit 15 Plätzen oder so. Dort sind dann jeweils viel zu viele Leute drin :-). Dafür ist es sehr günstig.
Zuerst waren wir bei einem Arbeitskollegen zu Hause, um ein Computerproblem zu lösen. Wir wurden dann gleich zum Mittagessen eingeladen. Dort hatte ich an meinem ersten Tag gleich einen Einblick in eine madagassische Familie. Das Leben der meisten Menschen hier ist für unsere Verhältnisse extrem bescheiden, aber die Leute sind sehr nett. Vorallem, wenn man sie zum Beispiel auf Malagassy grüsst. Dann haben sie jeweils Freude. Aber mit Französisch kommt man gut durch.
Am Nachmittag waren wir dann ein wenig im Stadtzentrum. Als Weisser hat man es nicht leicht, da man andauernd von jemandem angehalten wird, etwas zu kaufen oder Geld zu wechseln (übrigens bin ich hier mehrfacher Millionär, da 1 Mio. Ariary etwa 600 CHf sind :-) Die Stadt ist im Grossen und Ganzen sehr überfüllt und luftverschmutzt, aber doch irgendwie nett, einfach mal etwas anderes als bei uns.

Wenn man hier ein Bier bestellt, kriegt man gleich eine grosse Flasche. Gross heisst 6.5 dl! Und kostet umgerechnet nicht mal 1 CHf. Wenn man in ein "normales" Restaurant geht, d.h. nicht gleich 5-Stern, dann kann man sich für weniger als 4 Franken satt essen und trinken. Wenn man statt Bier z. B. Cola nimmt und die Vorspeise weglässt, kommt man unter Umständen mit weniger als 2 CHf aus. Und hat trotzdem genug (die Madagassen essen extrem viel Reis, alles bekomme ich im Moment unmöglich runter, aber ich arbeite dran :-)! Ich habe ja gewusst dass es hier günstiger ist als bei uns, aber grad in diesem Ausmass, das hätte ich dann doch nicht gedacht.

Auf der Arbeit ist bis jetzt auch recht gemütlich (hesch rächt ghäbe Phili). Ich muss einfach da sein wenn Probleme auftauchen. Mal sehen was für Projekte sich mein Boss ausgedacht hat, um mich ein Jahr zu beschäftigen. Was cool ist, ist dass wir von der MAF ein Auto zur Verfügung haben (gratis), um den Arbeitsweg zu bewältigen. Da mein Zivi-Kollege sein Permis verloren hat, bin ich nun der Fahrer eines 4x4 Jeeps (as riise Ding). Ich bräuchte aber einen internationalen Führerausweis, glaube ich. Mais bon... Ich schaue dann, ob ich einen madagassischen kriege, da ich ja recht lange hier bin. Der absolute Oberhammer ist aber, dass man auf dem Flugplatzareal den Pannenblinker und Achtung, jetzt kommts, ein Polizei-Blinklicht wie im Film die Zivilbullen einschalten muss :-))

Wir wohnen in einem ruhigen (naja, sieht man mal von den bellenden Hunden und krähenden Hähnen ab) Quartier in einem grossen Haus. Im Moment zu zweit, ab mitte Woche dann zu dritt. Auf jeden Fall habe ich mein eigenes Zimmer und es ist ziemlich schön dort. Putzen und abwaschen müssen wir auch nicht, das besorgt eine Putzfrau (da sind wir schon verwöhnt, aber man muss auch sagen dass damit ein Arbeitsplatz geschaffen wird).

So, das wärs für heute. Für Photos müsst ihr euch noch gedulden. Zuerst muss ich einen Film fertig brauchen und dann die Photos entwickeln lassen. Sollte aber kein Problem sein, denn ich bin ja in einem Entwicklungsland. Ha, ha, scheiss Witz.

Auf jeden Fall freue ich mich auf Nachrichten von zu Hause (und wenn ich "zu Hause" sage, dann meine ich alle!).

Bis dann.

Matthias

Samstag, 8. November 2008

Das Ende naht

Aber hoffentlich nicht meines, sondern nur das des Aufenthaltes :-)

Also, diese Woche war wie erwartet gemütlich. Ich hatte viel Zeit um meinen Rapport nochmals durchzusehen und die Präsentation vorzubereiten. Das lief dann alles auch recht glatt, und nun bin ich endlich fertig mit dem Projekt. Na gut, natürlich muss ich auch noch die Präsentation in der Schweiz halten, aber wenigstens kann ich die letzten Tage hier noch geniessen.

Diese Woche waren wir also am NHL Match (ja Alain, ich habe Bilder für dich gemacht, siehe weiter unten ;-). Einige Kommentare zum Match: Also die Calgary Flames haben verloren 2:4, aber das ist egal... Der Match war recht interessant, man merkt schon den Unterschied zwischen NHL und was wir bei uns haben :-) Obwohl es Dienstag war, war das Stadion mehr oder weniger ausverkauft, und es hat ausschliesslich Sitzplätze.
Nun zum schlechten Teil: die Fans hier sind eine Katastrophe! Keine Teilnahme und nichts. Im Stadion ist es so leise, dass man die Spieler auf dem Eis unten Atmen hören kann. Und wir waren ganz oben im Stadion... Also mal ehrlich, die Leute hier können die besten Spieler der Welt sehen und unterstützen sie kein bisschen. Die sollten mal einen Match Gottéron - Bern anschauen kommen, dann könnten sie was lernen. Also wirklich! Keine Atmosphäre hier und nichts.



Hmm ja das wars für diese Woche. Da dies aber mein letzter Eintrag von Kanada ist, schreibe ich auch kurz was ich nächste Woche so vorhabe.
Also heute gehen wir an ein Fest, denn zwei der Freiburger gehen morgen nach Hause. Am Montag laden wir unsere Vermieterin, ihren Sohn und den anderen Untermieter zum Essen ein. Für am Mittwoch wurde ich dann von meiner Projektverantwortlichen zum Essen eingeladen. Ja und dann am Mittwoch Abend heisst es ab nach Hause.

Zusammenfassend, was ich vermissen werde:
- die Rauchfreiheit (oh ja das wird hart wieder in die verrauchten schweizer Beizen zu sitzen)
- einige der flotten Leute hier

Was ich nicht vermissen werde:
- die Stadt Calgary. Sie besteht hauptsächlich aus Geschäftsgebäuden. Fribourg hat 1000x mehr Charme.
- Fast-Food
- die öffentlichen Verkehrsmittel hier (gestern haben wir eine halbe Stunde in der Kälte auf den Bus gewartet, schon das zweite mal diese Woche)

Ehm ja, so im Grossen und Ganzen freue ich mich schon für nach Hause.

Ach ja, am Freitag 14. November von 16:30 - 21:00 und am Samstag 15. November 9:00 - 12:00 ist noch Diplomausstellung bei uns in der Ingenieurschule. Natürlich werde ich auch - zumindest körperlich - anwesend sein. Wenn sich also jemand für mein Projekt interessiert, so kommt doch vorbei um es anzuschauen. Falls es euch nicht interessiert, so kommt doch trotzdem vorbei, um einen kleinen Schwatz zu halten. Falls ihr noch nicht ganz sicher seid, ob ihr kommen sollt oder nicht, es hat auch Bier.

So, dann würde ich mal meinen, bis bald, wenn das Flugzeug nicht abstürzt (wir nehmen sogar zweimal ein Flugzeug, das heisst die Chancen sind doppelt so hoch...). Me nei wär deicht de so eppis.

Ciao

Matthias

Samstag, 1. November 2008

Halloween

Letzten Sonntag waren wir im Olympischen Park hier in Calgary. Diejenigen, die sich erinnern mögen, '88 war ja hier die Winterolympiade. Auf jeden Fall werden die Skilifte und so noch gebraucht, aber die Sprungschanzen sind ziemlich ungepflegt. Die Bobbahn hingegen wird noch unterhalten, sie waren sogar schon dabei, sie für diesen Winter vorzubereiten. Wäre witzig gewesen, auf dem Eis nach unten zu rutschen, aber das ist natürlich viel zu gefährlich, darum haben wir es sein lassen :-)



Gestern war hier Halloween. War echt witzig, die Kinder zu sehen wie sie von Haus zu Haus ziehen um Süssigkeiten einzusammeln. Ich hatte das Gefühl unsere Vermieteren hatte an all dem noch viel mehr Spass als die Kinder *GG*. Sie war ganz stolz dass soviele Kinder wie noch nie vorbeigekommen sind. Sie denkt es lag vielleicht am warmen Wetter. Ich denke es lag an uns flotten Schweizern :-). Nei seich fertig tumm ta.
Am Abend sind wir dann an eine Party. Natürlich nicht verkleidet. Wir haben uns gedacht, dass es etwa so wie bei uns ist, wo die eine Hälfte verkleidet an die Fastnacht geht und die andere unverkleidet. Denkste! Wir waren die einzigen Dudes ohne Verkleidung. Aber es war trotzdem lustig.

Mit dem Projekt läuft es erstaunlich gut. Eigentlich bin ich fertig. Wenn die Lehrer in Fribourg also nicht alles zerreissen was ich gemacht habe, dann habe ich noch eine recht gemütliche Zeit vor mir :-) Nicht gerade Ferien, denn ich muss noch eine Präsentation vorbereiten und einige andere Sachen, aber doch recht gemütlich.

Sodela, das wars wieder mal. Nächste Woche gehen wir noch an einen NHL Match, mal schauen wie das wird.

Bis dann

Matthias